Vorspann AoE Intermezzos Von Fuchs und Greif
Weißer Bärenpelz Rot von Blut Grausame Schönheit Nicht allein
Das Antlitz des Bösen Auge in Auge

Rot von Blut

In dem altes Grauen neue Fratzen zeigt

(nächster Tag)

So sind wir nun in Braunsfurt, einem typischen Weidener Dorf und nicht viel schlauer als zuvor. Während wir uns hier in der Gaststube der kleinen Herberge von der klirrenden Kälte, die draußen herrscht, aufwärmen, jeder ein warmes Getränk und einen Bärentod vor sich, will ich wieder einmal meiner Rolle als Chronist Genüge tun.

Schweigen hüllt die anderen ein - nicht überraschend irgendwie, bis auf die gelegentlichen Bemerkungen von Iolaos und Setaou. Selbst ich fühle mich nach einem Tag zu Pferde dort draußen wesentlich weniger gesprächig als sonst. Vielleicht beschränke ich mich deshalb zunächst einmal auf diese getreuen Zeilen, auch wenn es noch nicht sonderlihc viel zu berichten gibt.

Schon bei unserem letzten Besuch in Weidener Landen fiel mir der ausgesprochene Aberglaube der Leute auf, und nun, nachdem ich mich ein weiteres Mal mit diesem Menschenschlag beschäftige, sehe ich dies nur zu bestätigt. Gegen Mittag auf unserer Reise passierten wir ein kleines Dorf mit Namen Eichenau, das, obwohl klein, vor Gerüchten nur so schwirrte. Angeblich gebe es in Baliho einen weißen Drachen, der Menschen fresse (ein weißer Drache... was in Nandus Namen soll das sein??) und - noch wesentlich interessanter und viel, viel ironischer - in Dragenfeld sei eine Seuche ausgebrochen, die Mensch, Tier und Pflanze betreffe. Nun... so falsch liegen sie wohl nicht, auch wenn jene Ignoranz schmerzt. Ich fand mich in Konflikt, ob ich ihnen die Wahrheit enthüllen solle, ihnen zu sagen, was in Dragenfeld wirklich geschehen ist, doch wie hätte ich Worte finden sollen, bei allem, was wir dort sahen? Worte, die einfache Leute verstehen, wenn es mir schon nicht gelungen ist, meinen Gefährten (ich nehme hier Setaou einmal aus, bei dem ich nie so genau weiß, wie viel er eigentlich weiß...) zu erklären was dort vor sich ging...

Nandus möge mir helfen, ich kann es ja nicht einmal mir selbst erklären!

Und noch ein weiteres Gerücht, das uns bereits am Hofe zu Trallop begegnete (unvertrauenswürdiger Chronist der ich bin, dies zu vergessen...) ist ebenfalls ein wenig seltsam, doch da der Herzog dies bestätigte, bin ich wohl verpflichtet, es zu glauben, seltsam wie es auch klingt. Es scheint, als habe es im Finsterkamm einen Hinterhalt der Orks gegeben, aus dem nur das Schwert der Schwerter zu entkommen vermochte. Und ein weiteres Gerücht ist uns zu Ohren gekommen, den Gaugrafen von Sichelwacht betreffend, dem man nachsagte, ein Blutsauger und mit bösen Mächten im Bunde zu sein. In Anbetracht der Tatsache daß aus Sichelwacht bisher wohl keine Neuigkeiten von verschwundenen Menschen oder merkwürdigen Hintergründen zu hören waren, bin ich doch geneigt, diese Aussage in das Reich der Spekulation zu verweisen.

Auch hier behauptet man, das Zentrum des Übels, das zu ergründen wir ausgesandt wurden, befinde sich im Süden von hier. Ich nehme an, wir werden erst dort näheres erfahren. Und so schließe ich, müde und auf der Suche nach meinem Schlafplatz. Das Reisen durch das winterliche Weiden ist recht unangenehm. Ich beneide die arme Zuita wahrlich nicht, die wärmeres Wetter gewöhnt ist und nun stets nur durch Schnee stapfen muss...

Am nächsten Morgen

Nur einige kurze Zeilen, auch wenn Tinte, Feder und Pergament wohl in der fettgeschwängerten Atmosphäre des morgendlichen weidener Gasthofes wohl so fremd scheinen wie Setaou in der Akademie zu Punin. Iolaos erzählte mir von einem Traum, der ihn in dieser Nacht heimsuchte, und ich habe gelernt, diesen Dingen zumindest eine gewisse Beachtung zu schenken. Er träumte von Schnee, nicht verwunderlich, wenn wir auch nur aus dem Fenster sehen, dann von Blut. Blut ohne Ende, blutige Fleischfetzen auf dem weißen Schnee, Ströme von Blut, die durch das Weiß rannen. Grauenhaft, diese Vorstellung, und ich bin wahrhaft froh, daß ich bisher von derlei Träumen verschont worden bin. Ich weiß nicht genau was ich davon halten soll. Hängt dies mit den Tötungen zusammen? Oder ist es einfach nur das Beben eines überspannten Geistes? Vielleicht haben wir alle ein wenig unseres Verstandes in Dragenfeld verloren...

Am selbigen Abend

Selten hat mein kleines Büchlein eine solche Neugierde hervorgerufen wie an diesem Tag. Wir sitzen in einem der kleinen Wehrgehöfte, die hier so typisch sind, und offensichtlich gehören hier Gelehrte oder Geweihte der Hesinde mit ihrem immergegenwärtigen Buch der Schlange nicht gerade zum Alltagsgeschehen. Gewiß gehen die Gespräche am Tische fort, während man sich langsam zum Schlafe bereitmacht, doch beäugt man mein Tun mit jener Mischung aus Respekt und Furcht, die mir hier schon oft entgegengeschlagen ist. Ich will versuchen mich kurz zu fassen, da ich irgendwie die Befürchtung hege, daß das Licht hier nicht verlöschen wird, bis ich fertig mit Schreiben bin, und ich will die guten Leute nicht ihres Schlafes berauben.

Gegen frühen Nachmittag haben wir Mittenberge passiert, das vor Gerüchten so schwirrte wie der Rest von Weiden. Erstaunlicherweise höre ich hier ein zweites Mal von jenem weißen Drachen, mag sein daß dies ein Gerücht ist, das sich durch die Gegend fortpflanzt, mag sein, daß dem ganzen doch etwas Wahrheit zugrundeliegt. Eine weitere interessante ERzählung, die uns nebenbei auch die guten Leute dieses Hofes hier bestätigten, ist, daß hier in letzter zeit oft eine Harpye gesichtet wurde. Normalerweise scheinen sich diese Mischwesen, die halb Frau halb Vogel sind, kaum jemals aus dem Finsterkamm hinunterzuwagen, doch scheint es, als sei dies in diesem Winter anders. Ich fragte mich, ob der Winter härter war als die vorherigen doch dies verneinte man. Ich weiß zu wenig über Harpyen (udn will meine Worte über Weiden und Bibliotheken nicht überstrapazieren...) um mir ein Urteil erlauben zu können, aber vielleicht vertreibt sie etwas aus ihrem Heimatgebiet?

In jedem Falle sind Harpyen mit ihrem verwirrten Geist eine seltsame Kuriossität, und gefährlich, so sie ihre menschenleeren Habitate verlassen.

Hoffen wir daß auch dies sich nur als Gerücht herausstellt.

Auch hier am Hof hat man von den verschwundenen Leuten weiter im Süden (weiter, immer weiter...) gehört, udn hier erzählt man sich ebenfalls das interessante Gerücht, Sichelstieg sei von einer Seuche befallen worden, die Mensch, Tier und Pflanze töte...

Nun... auch eine Art, die Wahrheit zu umschreiben.

Hier führt man sie auf das Wirken eines Orkschamanen zurück. Offensichtlich haben sie bisher noch nicht gesehen, wie es in Dragenfeld aussieht... Diese Macht besitzt nicht einmal der, den die Orks als ihren legendären Aikar Brazoragh verehren...

Wie auch immer...

Der zweitjüngste Sohn der Familie versucht nun schon zum fünften Male, mir die Feder aus der Hand zu nehmen... Ob ich sie ihm hier lassen soll?

Am nächsten Morgen

Langsam beginnt Iolaos, mich mit seinen Träumen zu beunruhigen. Wahrhaft zu beunruhigen. Ein weiteres Mal träumte er von Blut, doch diesmal davon, Blut zu schwitzen...

Was für eine merkwürdige Umsetzung eines bekannten Sprichwortes....

Am selbigen Abend

Es scheint als haben wir die Grenze überschritten, die Weiden in den Teil, in dem bisher nichts geschehen ist und den Teil, in dem Seltsames vorgeht, teilt. Wir befinden uns in Ifirnskappeln, das ein typisches Weidener Dorf zu sein scheint. Die Häuser stehen hier dicht zusammen, als versuche man sich so vor der Kälte zu schützen, und auch die Bewohner machen den Eindruck, eng udn dicht zusammengerückt zu sein, umso mehr, je mehr der Schrecken in ihre Welt einzudringen begann. Doch ich will chronologisch sein, mag es doch die Methodik sein, die mich erkennen läßt, was es ist, das wir bekämpfen.

Wenn nur Goran nicht richtig liegt...

Doch Geduld, Esybilla, eines nach dem anderen.

Also.. es sidn drei Menschen, die hier verschwunden sind, in größeren Abständen zueinander.

Die Frau des Schulzen ist verschwunden, dies geschah am 17. Praios. Am 12. Travia verschwand eine Efferdgeweihte, man fand einzig ein Häuflein Asche im Altarraum. Und eine Kräuterfrau, verschwunden am 17. Efferd, auch hier Asche als Spur, vor der Hausdür dieses Mal...

Wir suchten den Schulzen auf, um näheres über das Verschwinden seiner Frau festzustellen, doch außer der Tatsache, daß sie wohl entweder ein Drachen oder sonst aus irgend welchen Gründen bei ihrem Gatten nicht sehr beliebt war, konnten wir nichts herausfinden...

Die anderen beiden Opfer lebten allein, und so ist es schwer, eine Aussage darüber zu treffen, wann genau sie verschwunden sind, doch ich vermute fast, daß auch dies in der Nacht geschah.

Gewiß, eine aus der Luft gegriffene Vermutung bisher...

Aber was Goran erzählte wirft ein anderes Licht auf die Angelegenheit - und läßt mich wieder einmal an der schmalen Grenze, die Mythen von Wahrheiten trennt, zweifeln.

Bisher hätte ich Vampire nämlich auf die andere Seite dieser schmalen Grenze platziert. Aber ich habe keinen Grund, Goran nicht zu glauben, er ist kein Mann vorschneller Schlüsse oder übereifriger Worte (was für einen Unsinn schreibe ich hier eigentlich gerade? Er ist Boroni, das sollte wohl beide obigen Aussagen mehr als überflüssig machen...) und was er erzählt würde zumindest passen.

Er erzählte, daß während seiner Zeit in Greifenfurt dort wohl ein Vampir gewesen sei, ein Blutsauger, der sich von der lebenden Essenz anderer Wesen ernähren. Der dortige, dem sie dort begegneten war wohl sehr alt, mehrere hundert Jahre - was das Gerücht bestätigt, daß sie das Ewige Leben... oder ich sollte besser die Ewige Existenz sagen... durch ihren Fluch erhalten. Unterschiedliche Arten gebe es wohl von ihnen und so sei es auch unterschiedlich, wie man unterschiedlichen Vampiren beikommen könnte.

Einige der gebissenen Menschen, von denen sich Vampire ernährten, werden selbst zu solchen, doch ist mir bisher nicht klar, nach welchem Muster die Auswahl stattfindet. Können nur einige Vampire neue 'Kinder' zeugen? Ist es dem Zufall überlassen? Ist es Wahl des Vampires?

Wenn ich Goran glauben kann (und ich habe keinen Grund, dies nicht zu tun), dann sind Vampire generell sehr, sehr stark. Man sagt, wenn sie sterben, verbrennen sie zu einem kleinen Häuflein Asche.

Doch die Frage der Frage ist ja wohl, wie man Vampire zu töten vermöge...

Wie bereits erwähnt hängt dies wohl von der Art des Vampires ab. Der Volksglauben kennt eine schon fast lächerliche Anzahl verschiedener Hausmittel gegen Vampire, und in Ermangelung besserer Ideen un dbesserer Mittel werden wir wohl einfach ausprobieren müssen, was davon Wirkung zeigt.

Nur um einige Punkte aufzuzählen:

- Knoblauch (ist das der Grund warum er in Weiden so populär ist??)
- Holzpflock ins Herz
- Salz (die Methode hat selbst mich verblüfft... es klingt extrem seltsam)
- Kopf abschlagen (das sollte wohl jedes Lebewesen töten.. aber wenn ich einem Wesen so stark wie ein Vampir den Kopf abschlagen kann, dann kann ich eine ganze Menge machen...)
- Fuchspfote (ich werde mich nicht so weit erniedrigen mir so ein Ding umzuhängen - das gleiche gilt übrigens auch für den Knoblauch!)
- Zitronen in den Mond stecken (das ist auch eine ausgesprochen interessante Variante, aber nur schwer durchzuführen...)

Ich frage mich immer noch, ob dieses Ereignis in irgend einer Form mit Dragenfeld zu tun hat. Gewiß scheint das zuerst weit hergeholt, udn insbesondere die Tatsache, daß Dragenfeld im Norden von hier liegt und es nach Süden schlimmer zu sein scheint, spricht dagegen. Aber ich glaube nicht, daß es Zufälle gibt, alle sind wir Fäden in dem Muster des Meisters der Meister.

Ich kann nur hoffen, daß wir die Stärke haben werden, dem zu begegnen was sich uns entgegenstellt.

Wir haben uns entschlossen, trotzdem weiter nach Süden zu reisen um uns zunächst einmal ein Bild von der groben Lage zu machen. Vielleicht werden wir dann über die Hintergründe des Ganzen ein wenig klarer sehen...

Am Abend des nächsten Tages

Isenhoh...

Ein kleines Dörfchen an der Straße nach Süden. Wir sitzen in der einzigen Schenke des Dorfes, in der wir auch Unterschlupf für die Nacht finden und sind gerade bei unserem Besuch von dem Dorfschulzen wiedergekommen. Bisher scheint sich die Befürchtung zu bestätigen, daß die Todesfälle sich gen Süden hin häufen, denn obwohl Isenhoh durchaus einiges kleiner ist als Ifirnskappeln, gibt es hier sechs unerklärliche Vorfälle, die Leute verschwinden oder sterben ließen. Ich will chronologisch sein und hoffen, daß ich ein Muster finden kann.

Am 1. Praios verschwand ein Händler, der bis heute nicht wiedergesehen wurde, sowie ein Landstreicher, der später tot und anscheinend ohne äußeres Zeichen einer Ursache für sein Ableben gefunden wurde. Er wurde beerdigt und schläft seitdem wohl in boronsfriedlicher Ruhe. Am dritten Praios wurde ein Bauer tot und unverletzt aufgefunden, zumindest soweit wir das heute noch beurteilen können, schliesslich ist es nicht mehr möglich, uns davon selbst zu überzeugen, etwas, das auf der einen Seite bedauerlich, auf der anderen aber auch durchaus ein Segen ist. Ich hege keine besondere Liebe für die Untersuchung Gestorbener und ich kann mir auch nicht vorstellen, daß Goran derlei besonders gerne tut. Aber zurück zu den Beobachtungen.

Ein Mann namens Ludgar Ehrbald, ein ansässiger Bauer wohl, wurde tot in seinem Bett aufgefunden. Einige Tage nach seiner Boronszeremonie fand man sein Grab leer und einen Aschehaufen daneben.

Bereits in den namenlosen Tagen verschwand ein junger Bauernsohn, seine Mutter wurde nur noch tot gefunden, dies allerdings erst am 25. Efferd.

Also, das ganze noch einmal mit System:

Ifirnskappeln:
17 Praios Frau des Schulzen (keine Hinweise)
12. Travia Efferdgeweihte (Aschehäufchen)
17. Efferd Kräuterfrau (Aschehäufchen)
Wo ist die Frau des Schulzen hin verschwunden??

Isenhoh:
namenlose Tage Bauernsohn (keine Hinweise)
1.Praios Händler (keine Hinweise)
Landstreicher (tot)
3.Praios Bauer (tot und unverletzt)
14. Rondra Lodgar Ehrbald (tot im Bett, dann Grab offen und Asche)
25. Efferd Mutter des verschwundenen Bauernsohnes(tot)

Die interessante Frage ist wohl... jene die verschwunden sind... wurden ihre Körper nur nicht gefunden? Oder wie habe ich das zu sehen?

Wenn ich es richtig sehe, so gibt es wohl drei verschiedene Arten von Vorfällen. Wenn ich die Theorie von Goran über Vampire einmal näher heranziehen darf, so wären dies wohl

-jene, die unwiederbringlich tot und begraben sind. Sie sind wohl als traurige Opfer der Vorfälle zu sehen, doch ruhen sie wohl mit Sicherheit in Borons Hallen, von ihnen geht keine Gefahr mehr aus. -jene, in deren Nähe Asche gefunden wurde. Nach dem was Goran berichtete, zerfällt ein Vampir, der gestorben ist, zu einem Haufen Asche. Könnten jene also gestorbene Vampire sein? Seelen,die Frieden fanden? Und wenn ja, was hat diese Vampire getötet? Es gibt die Legende, daß Vampire das Licht des Tages nicht ertragen können. Praios verabscheut diese Geschöpfe, vielleicht ist es seine Macht, die Vampire zu töten imstande ist. Dies könnte das Sterben der Kräuterfrau erklären... die vielleicht eines Morgens vor ihr Haus trat. Und vielleicht auch jenen Unglückseligen, der dem Grabe entstieg und den Fehler beging, dies im Lichte des Tages zu tun. Kann es sein, daß es die Macht der Götter ist, die die Vampire tötet?

Abgesehen vond iesen grausigen Ereignissen schwirrt auch dieses Dorf vor Gerüchten über Harpyen und den Fall des Klosters von Arras de Mott. Man erzählt sich, die Orks liefen seit dem im Finsterkamm in Scharlachroben gewandet herum, aber auch das fällt mir schwer zu glauben, und auch Goran und Lieto halten es für unwahrscheinlich. Ich will in dieser Hinsicht wohl ihrer Expertise vertrauen.

Wo wir gerade von meinen Gefährten sprechen, wo ist eigentlich Setaou abgeblieben? Iolaos und Lieto blicken still vor sich hin, ermüdet wohl, so wie auch vor meinen Augen langsam das Schriftbild verschwimmt, und Goran scheint sich in seine ganz eigenen Gespräche mit seinem Gott zurückgezogen zu haben, so wie dies Buch bis zu einem gewissen Grade meine Rechenschaft an den Meister der Meister ist, auf das er sehe was ich lernte und schloß.

Betrachtet man nun einmal noch den bisherigen zeitlichen Ablauf der verschwundenen, dann... SETAOU!

(an dieser Stelle ist ein großer Tintenklecks zu finden und sie hat einen größeren Absatz freigelassen bevor sie weiterschreibt)

Wahrhaftig haben die allmächtigen Zwölfe und ihre himmlischen Kinder über uns gewacht! Goran hatte recht, so recht, als er uns vor der Stärke und Heimtücke der Wesen warnte, die wir die Vampire nennen. Wir begegneten einem, und beinahe hätte es uns das Leben gekostet.

Doch ich will nicht wieder mit der Tür ins Haus fallen wie es so oft meine Art ist, wenn meine Aufregung mich ohne Fragen oder Kritik einfach hinwegträgt.

Beginnen wir also in dem Augenblick, in dem Setaou aufgelöst und in Hast die Schenke wieder betrat. Was er draußen in der winterlichen Nacht gesucht hat, vermag ich nicht zu ergründen, doch scheint er, auf dem Boronsanger wohl (was bei der allwissenden Hesinde und dem ewigen Boron hat er DORT gesucht???) von einem Wesen angefallen worden zu sein, daß versuchte, sich an seinem Halse festzubeißen, das dann allerdings aufgrund von Setaous Gegenwehr floh.

Nun, in uns allen weckte die Assoziation des Bisses in den Hals unangenehme Gedanken und wir machten un san die Verfolgung. Einer Spur im Schnee nachzulaufen ist eine lösbare Aufgabe für alle von uns, und so hätte Lieto der Fährte wohl mit verbundenen Augen folgen können. Der Weg führte uns zu einer kleinen Kate, außerhalb des Ortes. Es war ein einfaches Bauernhäuschen, doch hier war es, wo der Vampir (da, nun steht es da und ich kann es nicht mehr auslöschen, Spekulation ist Realität geworden und ich kann es nicht mehr leugnen oder zurücksenden) uns auflauerte. Er fiel uns an und wir begannen uns zur Wehr zu setzen. Schnell stellte sich heraus, daß er nur sehr schwer angreifbar war. Seine Widerstandskraft gegen Zauber ist enorm, und weder mein Stab noch Gorans geweihter Rabenschnabel waren in der Lage, ihm Schaden zuzufügen. Auch mein in höchster Not gesprochener Ignifaxius zeigte keine Wirkung. Erst als Setaou ihm einen Zauber entgegenschleuderte, der ihn mit den Kräften des Humus konfrontierte gelang es uns, ihn zur Strecke zu bringen und er zerfiel zu einem Aschehäufchen.

So wäre nun wohl auch diese Theorie bestätigt.

Wir haben uns bei dem Wirt erkundigt, es scheint, als sei jene Kate das Heim des Bauernsohnes gewesen, der während der namenlosen Tage veschwand. Nun gut... das löst zumindest diesen unbekannten Punkt auf meiner Liste.

Aber warum wirkte Gorans Rabenschnabel nicht? Dafür aber der Humus? Warum wirkte mein Ignifaxius nicht, wohl aber Setaous Magie?

Setaou behauptet, er habe gespürt, wie der Vampir versuchte auf die Lebenskräfte in ihm zuzugreifen als er ihn das erste Mal angriff, dies brachte ihn auf die Idee.

Humus...
Humus...
Peraine?

Mag es sein, daß nicht generell geweihte Dinge einem Vampir schaden sondern daß dies selektiv verläuft? Und wonach selektiv? Nach den Hauptaspekten seines Lebens?

Ich muß dies verstehen, unbedingt verstehen...
Nandus, ich bitte dich, erleuchte mich.

einen Tag danach, früher Abend

Anderath...

In mehr als nur einer Hinsicht einer der ersten Schritte auf unserem Wege. Die Greifenbanner sind verschwunden, die Bannstrahler, die Sonnenzepter, die das Dorf bevölkerten, als wir das letzte Mal diesen Ort durchritten, sind verschwunden und haben einen verschlafenen Flecken zurückgelassen, dem man nur schwerlich ansieht, daß noch vor kurzem hier Politik, die den ganzen Kontinent betrifft, geschrieben wurde.

Und doch ist es nicht nur der Nachhall der Konferenz der Priesterschaft des Lichtes, die über dem Ort schwebt, sondern auch der Schatten, der Weiden in seiner Gesamtheit überfliegt.

Ich kann mich nicht dagegen wehren. Seit Punin verlassen die Prophezeiungen und Orakelsprüche Fasars nur selten vollkommen meine Gedanken, und ich drehe und wende sie. Ich sollte aufhören mich selbst zu belügen und es mir eingestehen. Ich drehe und wende sie auf der Suche nach Wahrheit. Auf der Suche nach Hinweisen auf das, was wir in diesem Moment erforschen. Denn irgendwie mag ich nicht glauben, daß zwei unabhängige Plagen solchen Ausmaßes denselben Landstrich geißeln ohne miteinander in Verbindung zu stehen.

Doch bisher scheint meine Paranoia (wie würde Andro lachen, wenn er mich reden hörte, würde mir vorwerfen, ich sei nun endgültig wahnsinnig geworden - ich bi nsicher er fände derlei unglaublich komisch) unbegründet. Kein Hinweis auf das zweite Zeichen, zumindest keiner, den ich entschlüsseln könnte...

Bis auf...
Wenn der Schlaf des Hüters gestört wird, und sein Heim in dunkle Klauen fällt, wird ein alter Pakt erfüllt, eine alte Schuld gesühnt, ein altes Geheimnis gelüftet un dein alter Plan vollführt werden.

Der Hüter. Von ihm war schn oft die Rede. Arras de Mott, das Kloster im Finsterkamm. Besetzt von Orks, geplündert, beraubt. Ist es dies, wovon die Orakel sprechen? Ist das zweite Zeichen nicht mehr fern? Gar schon aufgetaucht in jener Zeit, seit wir von Rohezal aufbrachen auf unsere Reise?

Ich vermag es nicht zu erkennen und solange Setaou schweigt bin auch ich zur Verwirrung verdammt....

Also kehren wir zu Näherliegendem zurück. Kehren wir zu dem zurück, was wir hier erfuhren, zu seltsamen Vorfällen, Verschwundenen, Toten.

Am 27. Travia wurde die Leiche eines zuvor verschwundenen Furhmannes gefunden, zerfetzt und in Stücken. Keine Spur auf den Täter, offensichtlich ließen die Verletzungen auch keine Rückschlüsse auf die Ursache zu. >Und irgendwann im Sommer fand man eine unbekannte Frauenleiche in einem Baum. Könnte dies die Frau des Schulzen aus Ifirnskappeln sein, deren Verbleib bisher ungeklärt ist? Haben wir es hier mit einem fliegenden Vampir zu tun? Oder können alle von ihnen fliegen? Und wo ist jener jetzt aufgrund dessen die Unglückselige sich im Baum befand?

Ich gestehe daß ich nicht einmal wüßte wo ich zu suchen anfangen sollte und so werden wir wohl in Ermangelung besserer Ideen den Ursprung des Übels suchen.

Auch wenn es mir mißfällt, die Flanke vollkommen preiszugeben.

Aber ich fürchte in militärischen Taktiken ist Goran ohnehin viel mehr bewandert...

Doch die Verschwundenen sind nicht das Einzige wonach wir uns erkundigten. Wenn Unerklärliches vor sich geht, ist es schwer, zu beurteilen, was alles ins Bild noch passen mag, was alles dazugehört, obwohl wir es noch nicht sehen. Und so fragten wir auch nach der rätselhaften Plünderung des Praiostempels.

Es scheint, als seien die Artefakte des Klosters von Orks gestohlen worden, gezielt und zunächst ohne deutlich erkennbaren Sinn. Es sind verschwunden (laut Stadtchronik) eine Statue, ein Altargemälde, eine Sänfte für Prozessionen, zwei goldene Kandelaber, ein Sonnenzepter, eine Tiara, eine Robe, ein Stundengong, eine Sonnenuhr, Abschriften der Horasapokryphen (eine Kostbarkeit hier im Norden, wahrlich), ein Buch mit den Offenbarungen der Sonne und eines mit Praiosliedern.

Was im Namen aller Zwölfe und ihrer himmlischen, allwissenden Kinder wollen Orks mit derlei sakralen Gegenständen??? Das, wo sie doch ihrem Blutgötzen dienen und ihnen unsere Herren wietgehend gleich sind?

Es gibt nur eine Möglichkeit der Erklärung. Es gibt einen Kopf unter den Orks, der etwas im Schilde führt...

Vielleicht wird es die Orkbande sein, die uns zunächst weiterhelfen kann, wer weiß dies schon. Auf jeden Fall erscheint mir dies alles mit jedem weiteren Tag merkwürdiger...

Querverweis zum Weiterlesen:
Das Ende der Unschuld- Schlaglichter aus dem Vorleben Iolaos' (Führt in den Bereich "Geschichten über Iolaos")
Wie ein Choral der Vergänglichkeit - Die Herkunft Setaous (Führt in den Bereich "Geschichten über Setaou")

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