Lamento   Die hohe Kunst, Kommandantin zu sein
Die Angst des Soldaten vor der Schlacht Die Schande Galottas Gareth wird brennen
Die Schuld des Marschalls Die Mauern von Nebachot Der anderen Schritte
Seelsorge Ränkespiele Niemals die Eure
Flügel Eine längst fällige Antwort Neue Ufer
Für Königin und Reich Tag des Zorns Schwärze

Lamento

Ein trauriges Lied voll stiller Worte

Sonne auf dem Oval, auf dem sie sich bewähren werden. In einer Reihe mit fünfzig anderen steht er, hoch aufgerichtet, in Disziplin und Stolz. Die Panthergarde, Schild des Königshauses. Sie erwarten gespannt die, die sie rief. Erwarten gespannt, und stolz sind ihre Mienen. Welch Gelegenheit, welch erlesene Ehre.
Schlank ist sie, und groß gewachsen. Ohren und Augen verraten elfisches Erbe. Die Sonne bricht sich in schwarzem Haar.
Und er wünscht, vor goldfarbenen Augen zu bestehen.

Sie sind nur noch acht, und vier sollen es werden. Ihre helle Stimme erklärt, was zu tun ist, doch er hört sie kaum. Blondgelockt steht die Reichsbehüterin da, mit ernstem Blick, und neben ihr sie, wie ein Geist in der Abendsonne. Der Bogen, nie hat er ihn gemocht. Und doch finden Pfeile ihr Ziel und kaum hörbar reden die Frauen am Rande miteinander. Erst nach dem nächsten Klang des Praiosgongs wird sie verkünden, was er sich sehnt.

Vier sind es nun, und Emer nickt. Der Marschall misst sie mit prüfendem Blick, doch er sagt nichts, und sie weiß nicht, was er denkt. Vier Kämpfer, der Reichsbehüterin Willen zu tun. Er ist der einzige, bei dem sie nicht sieht, ob er sich freut. Doch vielleicht ist es etwas an seiner Art, die Schultern zu straffen, die ihn verrät.

Sie bekommt Besuch und er kommt direkt in die Ställe. Zwischen Pferden und Heu steht er, stattlich, trotz des verwundeten Beines. Er trägt die Verkrüppelung und den Stock wie einen Orden, seine Geschichte eine, die Barden singen. Der Baron von Falkenwind, so sagt man, und er sucht Liasanna. "Thisdan!" ruft sie und eilt auf ihn zu und lächelt. Ihr Götter, sie lächeltů

Was auch immer sie ihnen aufträgt, sie tut es zuerst. Mit mächtigen Schritten donnert ihre Stute durch den Lauf. Pfeil. Pfeil. Der Bogen fort, und dann der Säbel. Tödlichste Waffe, vollendetste Bewegung, der Regen wie Schmuck auf ihrer Stirn. "Sag es ihr", rät Mila, und er erschrickt. Und zwingt seine Augen, so wenig wie seine Lippen zu sprechen.

Er kann nicht schlafen, die Geräusche der Stadt halten ihn wach. In der Dunkelheit bilden die Muster der Wand trugbilder vor seinen Augen. Sie hat gelächelt an diesem Tag, halb verborgen in windverwehten, schwarzen Strähnen. Er wendet sich um, um es nicht zu sehen, doch Schlaf findet er nicht.

Er spricht sehr ruhig, wie sie so über die Karte gebeugt stehen, doch sie weiß, dass auch er nervös ist. Die Finger, die auf die Bergkette deuten, beben leicht, und sie würde sie gern beruhigen, doch sie weiß nicht wie. Also sucht sie Zuflucht in Worten, und auch ihre Hände beben.

Überleben ist ein Geschenk und der Rausch beweist, dass es gegeben wurde. Sie sitzen zusammen, alle fünf, und Krüge wandern wie Gelächter über ihren Tisch. Unbedacht nur streift er ihre Hand und beide erstarren. Doch der Moment verfliegt und sie geht, eine neue Runde zu zahlen. Doch beide fürchten sie nun das dunkle, starke Bier.

Und so brennt Wehrheim. Die Erde zittert unter den Nachwehen der Schande. Sie rennt durch die Zerstörung und sucht nach Vertrautem, doch alles, was sie findet, ist ein zerrissener Pantherrock. Und es ist als ob der Himmel selbst weine um niemals gesprochene Worte

Querverweis zum Weiterlesen:
Charakterbeschreibung Gervinios (Führt in den Bereich "Nebencharaktäre")

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