Tagebuch Vorspann AoE RdE Von Fuchs und Greif
Ein Rätsel mehr Kleine Schritte Träum vom Fliegen

Voneinander verschreckt ist der Graben zwischen Iolaos und Esybilla größer als er es jemals war. Doch der Weidener Winter schweißt sie aneinander wie ein unsichtbares Band, und ihre Aufgabe erlaubt es nicht, einander wahrhaftig zu ignorieren. Und was Iolaos schon ahnt, dämmert nun auch der Magierin, doch ihre Leichtigkeit macht die Dinge für sie einfacher. Und so setzt sie auf die Situationen, die sie nicht vermeiden können, die gemeinsamen Handlungen, die stillen Wachen am Lagerfeuer...

Zugehöriges Tagebuchkapitel: Auge in Auge

Kleine Schritte

Wenn die Realität gute Vorsätze Lügen straft

Es war ein seltsames Gefühl, so unmittelbar neben ihr zu liegen. Als Iolaos, von Goran geweckt, die Augen aufschlug, blickte er direkt in Esybillas Gesicht, brauchte im Grunde nur die Hand auszustrecken, um sie zu berühren. Einzig Pokii lag - wohlweislich - zwischen ihnen, hatte jedoch nicht verhindern können, das ein Teil ihrer Wärme ihn erreicht hatte und er glaubte, trotz der Kälte, die sie umgab, ihren Duft zu spüren. Einen Moment noch zögerte er, während Goran auch nach Esybillas Schulter griff, um sie so sanft wie möglich aus dem Schlaf zu holen.

Sie öffnete die Augen so plötzlich, dass schlichtweg der Eindruck entstehen musste, dass sie nicht geschlafen hatte. Der Blick war wach als sie ihn ansah, wenn auch ein wenig widerwillig, als ihr offensichtlich zu dämmern begann, daß sie hinaus in die Kälte mußte. Sie verzog die Lippen, ihn nicht ansehend sondern stattdessen ein wenig an ihm vorbeiblickend, und seufzte leise.

"Schon gut, schon gut, ich habe verstanden..." Sie schlüpfte unter den Decken hervor, verpasste Poki'i einen kleinen Klaps und begann, sich in eine unmögliche Menge an Decken, Fellen, Umhängen und sonstigem Stoff zu hüllen. Ihrer unter der Hand gemurmelten Bemerkung war eigentlich nur das Wort 'Norden' zu entnehmen, doch ihr Gesichtsausdruck sagte im Grunde genug.

Iolaos packte sich ebenfalls gut ein, wenn auch nicht halb so intensiv, wie die junge Magierin, und überredete Poki'i anschließend noch erfolgreich, als lebende Wärmflasche liegen zu bleiben, als er Goran seinen Platz überließ und in die finstere Kälte der Winternacht hinaustrat. Das Feuer war noch gut im Gang und genug Holz lag ebenfalls bereit, so daß er sich fürs Erste einfach nur ans Feuer setzte.

Wortlos und ohne ihn anzusehen griff Esybilla in ihre Tasche, um einige Kräuter hervorzuholen, die sie dort mit sich herumgeschleppt hatte. Nur Augenblicke später durftete es auf der Lichtung doch deutlich merkbar nach Tee. Immer noch sah die rothaarige Magierin ihn nicht an, wärmte sich stumm die Hände am Feuer. Die Lippen aufeinandergepreßt wirkte sie ein wenig angespannt - nichts ungewöhnliches angesichts der Situation, man hätte es fast einem Phänomen der Müdigkeit zuschreiben können, wäre Esybilla sonst nicht so erschreckend immun gegen derlei gewesen.

Schließlich seufzte sie leise und zog ihre Hände zurück in die Wärme ihres Mantels. "Hast du diesmal besser geschlafen?" Immer noch ihn nicht ansehend.

Er dachte einen Moment nach, war sich eigentlich nicht sicher, ob er überhaupt fest geschlafen hatte angesichts ihrer relativen Nähe zu ihm, aber andererseits konnte er auch nicht behaupten, das er sich schlecht fühlte. Schließlich nickte er also und fügte zu Gunsten ihres Blickwinkels noch ein 'Ich denke schon' hinzu, während sein Blick, der an ihr hing, fast ein wenig traurig war. "Und was ist mit dir?" fragte er schließlich, konnte nicht ganz die Sorge aus seiner Stimme bannen.

Ihre Mundwinkel zuckten kurz als sie schmunzelte. "Unkraut vergeht nicht. Ich scheine eine bemerkenswerte Resistenz gegen schlechte Träume zu haben..."

"Nun, wenn man nicht schläft träumt man auch nicht..." gab Iolaos vorsichtig zu bedenken, ein kleiner Test, ob er mit seinem Eindruck richtig lag.

Sie hob die Schultern und blickte schmunzelnd ins Feuer. "Du lernst..." bemerkte sie trocken, fast amüsiert, bevor sie ernster fortfuhr. "Ich hatte einiges, worüber ich nachdenken wollte."

"Vielleicht auch etwas, worüber du reden willst?" fragte er fast hoffnungsvoll. Die seltsame Stimmung, die seid jener Nacht in Baliho zwischen ihnen hing, nahm ihn doch mehr mit, als er gedacht hätte. Darüber hinaus gab es immer wieder und immer öfter Bilder, die ihn auch im wachen Zustand nicht mehr loslassen wollten, wie zum Beispiel der Angriff des letzten Vampirs, der sie gebissen hatte, und viel mehr der viel zu lange Moment, in dem er sie im Arm gehalten hatte, während er vor ihnen im ersten Licht des Tages zu Staub zerfallen war...

Sie schüttelte sacht den Kopf. "Ich denke nicht, daß das etwas bringt, meine Gedanken drehen sich ohnehin im Kreis..." Ein leises Lachen, fast mit dem Unterton von Verzweiflung. "Ich bräuchte mal eine vernünftige Bibliothek!" Ihre Hände verschwanden in der großen Kapuze um einige fransige Strähnen wieder zurückzuschieben. Einen Augenblick lang war sie still, bevor sie ihn schließlich aus den Tiefen der pelzbesetzten Kappe ansah, die Augen wasserklar und blau. "Und du? Was ist mit deinem Zorn von vor ein paar Tagen...?"

Für einen Moment genoß er einfach nur ihren Blick, bevor nun der seine ins Feuer abglitt, ein wenig melancholisch vielleicht. "Ich versuche, nicht daran zu denken... Mir tun immer noch ein paar Knochen weh, ich sollte langsam meinem Alter entsprechend von solchen Wutausbrüchen Abstand nehmen..." Unnötig zu sagen, das er es sich sicher nicht ausgesucht hatte, mitten in der Nacht im tiefsten Winter Holz zu hacken, um die destruktiven Energien zu kanalysieren, die der Alptraum - oder besser: der magische Besuch! - in ihm geweckt hatten. Er hatte nicht vergessen, das Esybilla die ganze Zeit über in seiner Nähe gewesen war...

Sie lachte leise. "Ja sicher... Tu das bitte... es war ziemlich kalt da draußen." Mit kaum zu verkennender Nonchalance nahm Esybilla auf seinen Wutausbruch und ihre Präsenz draußen Bezug. Dann, ein tiefer Atemzug, verschwand der Schalk wieder aus ihrer Stimme. "Was hat dich so in Wut gebracht, Iolaos?"

Nun war er es, der sich ein leises, kurzes Lachen nicht verkneifen konnte. "Nun, die Tatsache, das ich mich an das Gesicht meiner alten Freundin erinnere und du selbst festgestellt hast, das es kein Traum, sondern irgendeine Art von Zauber war reicht dir wohl nicht was?" Treuherzig sah er sie an.

Ihr Lächeln mochte fast an etwas wölfisches gemahnen als die blauen Augen in altbekannter Neugierde flackerten. "Die Frage kannst du dir selbst beantworten, Iolaos..." Sie atmete tief durch, wandte den Blick kurz ab, die Augen schließend. "Ich will dich nicht zu irgend etwas zwingen.. aber anhand dessen, was sie dir zeigt, können wir vielleicht herausfinden, was sie vorhat. Vielleicht sogar, wo sie ist, wer weiß..." Es war eine gewagte Aussage, und Esybilla wußte das. Aber etwas in ihrer Stimme verriet, daß sie sich sorgte, sehr sorgte, wesentlich mehr als ihr normaler, lockerer Tonfall verriet. "Abgesehen davon war es nicht irgend eine Art von Zauber sondern eine Applicatio, die Traumgestalt genannt wird..." Ein leichtes Zwinkern, doch dann war wiederum ihr fragender Blick auf ihm, abwartend, doch unbarmherzig bis zu einem gewissen Punkt. Iolaos nickte langsam. Er wußte, das er mit ihr darüber sprechen mußte, hätte es früher oder später ohnehin getan. Nur war er sich nicht klar, ob er den für ihn entscheidenden Punkt würde aussprechen können.

Sein Blick glitt zurück ins Feuer, eine undefinierbare Emotion zuckte über sein Gesicht, bevor die Lider schwer senkte und mit weitaus mehr Kontrolle wieder hob... und zu erzählen begann: "Ich saß irgendwo im Nichts... und sie war da... Es war erschreckend, wie sich auf einmal alles veränderte, nur weil ich sie klar vor mir sah, wieviel stärker die Erinnerungen an all ihre Scheusslichkeiten mit einem Mal waren..." Angewidert verzog er den Mund und schüttelte kurz den Kopf bevor er weitersprach. "Sie umrundete mich... immer und immer wieder, wie eine Spinne, die an ihrem Netz arbeitet. Als ich begriff, das ... SIE es ist... wollte ich aufspringen, aber ich konnte mich nicht bewegen... Ich konnte sie nur ansehen..." Er schüttelte sich kaum erkennbar, was auf die Kälte, viel eher jedoch auf einen kalten Schauer in seinem Inneren zurück zu führen sein konnte. "... nur ansehen... "Wie geht es meinem Geschöpf?" hat sie gefragt..." In einem aufreizend fröhlichen und doch eiskaltem Tonfall gab er die Worte wieder, die er im Traum gehört und so nicht wieder vergessen hatte: "Yako haben Sie dich in der Arena genannt. Panther... Ha, ein Kätzchen an der Leine..." Seine Züge waren grau geworden, müde beinahe, und sein Blick, der nach wie vor am Feuer hing leerte sich allmählich. "Sie hat mir meine Tochter gezeigt... und Li'ili'Pua, sie war mit mir zusammen in der Arena und sollte heute genauso frei sein, wie ich... In meinem Traum lag sie in Ketten... Sie sagte, meine Tochter verstehe nicht, das ihr Vater nur ein Tier sei..." Er schüttelte den Kopf, suchte langsam Esybillas Blick. "Sie versucht, mit mir zu spielen... Das würde doch jeden zornig machen, oder?" Seine Stimme verlangte deutlich nach Bestätigung, sprach insgeheim von einem schlechten Gewissen.

"Denkst du nicht..", fragte Esybilla leise,ruhig, sanft fast, "daß das genau das ist, was sie will? Natürlich würde es jeden zornig machen. Deswegen tut sie es. Damit du jeglichen Gedanken und jeglichen Vorsatz in den Wind schlägst. Damit du dich fürchtest. Damit du nicht klar denkst..." Sie stützte das Kinn in beide Hände und starrte in die Flammen. "Solche wie sie fürchten die Stärke. Die wahre Stärke. Die, die hier liegt..." Sacht legte sie eine Hand auf ihr Herz ohne ihn anzusehen, beinahe wie in Trance. "Und du bist stark, sonst würdest du hier nicht sitzen. Nicht weiterlaufen nach all dem was war. Nicht das sein, was du bist, nach all dem, was hinter dir liegt." Langsam hob sie den Kopf um ihn ein weiteres Mal anzublicken. "Vielleicht fürchtet sie was du werden könntest..."

Iolaos nickte... und schüttelte zugleich wieder den Kopf. "Ich fürchte mich nicht mehr vor ihr... nicht für mich selbst... Ich brenne darauf, sie widerzutreffen, um ihr zu zeigen, wo sie steht... wo ich stehe... aber..." Seine Augen erhielten einen schmerzlichen Ausdruck. "Es gibt zuviel, was sie zerstören kann... zuviel, was mir etwas bedeutet... heute... und sie weiß genau, was mir wichtig ist..."

"Das mag ja sein", entgegnete Esybilla leise, hob die Schultern. "Zuviel was sie vielleicht zerstören will. Aber du bist nicht allein." Ehe er sich es versah hatte sie kurz nach seiner Hand gegriffen und sie gedrückt bevor ihre blassen Finger zurück in den Schutz ihrer Decken und Felle huschten. "Wenn wir geschickt sind, dann wird es ihr vielleicht nicht gelingen." Der schmerzliche Zug in seiner Miene nahm deutlich zu.

"Das ich nicht allein bin... ich denke, das ist das Problem..." erwiderte er beinahe flüsternd. Im Grunde war Esybilla selbst das Problem. Nur allzu deutlich erinnerte er sich an die fast schon offene Drohung gegen sie in seinem Traum...

Esybilla schüttelte den Kopf, ein nachsichtiges, widersprechendes Lächeln auf ihren Zügen. "Absoluter Unsinn, Iolaos."

Er erwiderte die Geste, konnte sich jedoch auch eines Schmunzelns nicht erwehren. Typisch für sie... "überzeug mich..." forderte er sie mit einem vorsichtig aufkeimenden Grinsen heraus.

"Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Das einzige was ich in meiner Jugend gemacht habe - nun ja, neben einer nicht zu unterschätzenden Menge Unsinn - ist, zu lernen, wie man sich gegen Mißbrauch der Magie stellt. Wenn das hier nichts ist wofür ich ausgebildet wurde weiß ich auch nicht." Sie schüttelte den Kopf. "Und hast du dich einmal umgesehen? Rituale, Vampire, ein Frevel an Satinav. Wir sind vielleicht vernarbt, aber wir stehen noch! In unseren Reihen befindet sich jemand der wohl schon in einer Prophezeiung erwähnt wird!" Sie unterbrach sich und grinste sacht. "Soll ich weitermachen?"

Abwehrend hob er die Hände. "Nein, schon gut, du hast ja recht..."

In einiger Entfernung scharten die Pferde mit den Hufen, schnaubten. Es klang nicht nach etwas ungewöhnlichem, einzig vielleicht nach einer kleinen Unmutsbekundung bezüglich der Kälte, als reagierte Iolaos nicht weiter darauf.

Esybilla schmunzelte kurz und senkte dann den Blick. "Könntest du... sie beschreiben?" fragte sie leise.

Iolaos seufzte kaum hörbar und sah wieder ins Feuer. Er war nicht begeistert, sah jedoch selbst die Notwendigkeit, da er es für nicht allzu unwahrscheinlich hielt, das sie eines Tages vor Esybilla stand und versuchte, ihr Spiel mit ihr zu spielen. Also holte er einmal tief Luft und versuchte dann, seine Erinnerung - sachlich und so objektiv wie möglich - in Worte zu fassen. "Rein vom äußeren her könnte ich sie keiner bestimmten Kultur zuordnen... sie hat auch keinen Dialekt, einfach nur eine sehr gewählte Sprache, aber das ergibt sich wohl mit dem Stand eines Magiers..." Er sah Esybilla kurz und bezeichnend an. "Sie ist nicht größer als ich. Ihr Haar ist ungefähr schulterlang, wie gesponnenes Gold. Ihre Gesichtszüge sind ebenmäßig, fast zu perfekt für einen Menschen... Ihre Augen... ich schätze, wenn ich versuche, ihren Blick zu ignorieren, sind sie von einem erstaunlich warmen Braun... wie von einem Reh..." Sein Blick hatte sich irgendwo im Feuer verfangen, wo vor seinem geistigen Auge das Bild jener Magierin aufbaute, die ihm soviele schlaflose Nächte bescherrt hatte... Doch im Augenblick klang es fast mehr, als spräche er von einer einstigen Geliebten. Eine leichte Falte erschien auf seiner Stirn, als ihm etwas einfiel, das bislang im Verborgenen geblieben war. "Elysia..."

Sachte zog die Magierin die Brauen hoch, der Ausdruck halb verborgen in der Dunkelheit der Nacht und ihrer Kapuze. "Du hörst dich an als würdest du sie vermissen", sagte sie, leise, in fast demselben träumerischen Tonfall, den auch er angeschlagen hatte. Esybilla hätte ihn ebenso gut schlagen können, ob seines Ausdrucks von Verwirrung und folgendem Erschrecken, als er sie kurz ansah und dann kopfschüttelnd ins Feuer zurückblickte.

"Nein..." flüsterte er, kaum hörbar aber unumstößlich. Aber konnte er wirklich sicher sein, das da nicht einfach noch etwas in seiner Erinnerung vergraben war, von dem er gar nichts wissen wollte? Sie nickte langsam, den Punkt beiseite schiebend als wäre er niemals dagewesen. Eine weitere mentale Notiz für ihre Gedanken, ein weiteres Puzzlestück, das mit leisen Schritten seinen Platz fand.

"Elysia...", wiederholte sie den längst verklungenen Namen der Frau. "Das klingt zyklopäisch.." Nachdenklich kaute sie auf ihrer Unterlippe herum. "Die Zyklopeninseln... das würde für eine Akademie im Süden sprechen... oder irgend etwas, das mit dem Schiff zu erreichen ist. Die Zyklopäer bleiben gern unter sich... auch wenn es viele davon im lieblichen Feld gibt.. an unserer Akademie zum Beispiel ist.. ." Sie unterbrach sich, ein entschuldigendes Lächeln auf den Lippen und schüttelte den Kopf. "Aber es ist wahrhaft interessant... Es gibt keine Magierakademie auf den Zyklopeninseln, nur einige private Lehrmeister.. und keinen namhaften schwarzen Beherrschungskünstler..."

Iolaos hob leicht die Schultern. "Mein Name ist auch nicht wirklich üblich im Svelltal... der Name meines Vaters war Argos... ich schätze, das meine Ahnen ursprünglich von anderswo gekommen sind... leider lebte mein Vater nicht mehr, als ich begann, mich für solche Dinge zu interessieren..."

"Das mag sein", bemerkte Esybilla achselzuckend. "Esybilla ist natürlich typisch liebfeldisch, so wie sich das für die angesehene Familie Stragazza gehört..." Ein weiteres Mal das selbstironische Grinsen.

Iolaos sah sie mit einem leichten Lächeln an. "Es ist ein ausgesprochen schöner Name... und was noch viel interessanter ist: ich kenne keinen außer dir, so heißt..." Er grinste, das er außer ihr auch kaum eine Liebfelderin - genauer gesagt gar keine - beim Namen kannte, war natürlich in diesem Moment eine vollkommen unnötige Tatsache..."

"Mich wundert, daß du den Namen überhaupt kennst", stichelte Esybilla trocken.

"Oh..." stieß er in gespielter Verwundung aus, hielt sich gerade soweit zurück, das ihre schlafenden Gefährten nicht gestört wurden. "Das ist nicht fair! Dafür, das ich normalerweise jeden Namen, den ich überhaupt in den Mund nehme, abkürze, geb ich dir wirklich oft genug die volle Ehre, und dann muß ich mir sowas anhören...." Er schüttelte den Kopf, verschränkte in übertriebenem Trotz die Arme vor der Brust. "Na warte, ich geb dir einen Grund..."

"Einen Grund wofür?" fragte sie schmunzelnd.

"Für deine Nörgelei..." Er sah sie mit einem diabolischen Glitzern in den Augen an, als er triumphierend sagte: "Frosch!"

"Oh nein!" Sie packte eine Handvoll Schnee und warf sie nach ihm. "Nicht schon wieder ein neuer grausiger Name. Esybilla! E S Y B I L L A! Ist das eigentlich so schwer???"

Er wich gekonnt aus und konnte sich ein Kichern nicht verkneifen, hob jedoch auch einen bezeichnenden Finger mit einem begleitenden 'PSSST' an den Mund. Erneut scharten die Pferde mit den Hufen und schnaubten, und obwohl er es ebenso gut ihrer nächtlichen Auseinandersetzung zuschreiben konnte, sah Iolaos sich etwas irritiert um und kniff leicht die Augen zusammen. Irrte er sich oder fehlte Ziege ihre Decke?

Noch immer schmunzelnd, aber mit einem leichten Stirnrunzeln stand er auf um nachzusehen... und als er ans Feuer zurückkehrte, so war es in Begleitung des kleinen Halborks, wegen dem sie überhaupt erst gemeinsam Wache gehalten hatten...

Von Ute und Monika

Querverweis zum Weiterlesen:
Das Ende der Unschuld - Schlaglichter aus dem Vorleben Iolaos' (Führt in den Bereich "Geschichten über Iolaos")

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