Tagebuch Vorspann AoE UG Von Fuchs und Greif
Die Geschichte des Borlak

Die Dämonenschlacht hat das Bewußtsein des Kontinentes geprägt wie kein zweites Ereignis. Borlak stammt aus dem notmärkischen Yurgenquell, und auch er war gerufen, seinen kleinen Teil an der Schlacht beizutragen. In einem ruhigen Augenblick im Feldlager begegnete er der Vierten Gezeichneten, Esybilla Stragazza di Montana, Tage vor ihrem Ende. Und durch seine Augen ergibt sich ein schmerzliches Bild einer Frau, die hätte glücklich sein können.

Die Geschichte des Borlak aus Yurgenquell

Ein Augenzeuge der Dämonenschlacht berichtet von dem, was er sah

Sprecht nicht von diesen Tagen, meine Kinder, sprecht nicht davon. Du sehnst dich nach Geschichten von Heldentaten und großen Geschehnissen, mein lieber Neffe, doch glaube mir, wenn du dich mitten darin findest in einer solchen Schlacht, so wünscht du dir nichts sehnlicher als den heimatlichen Herd.
Und doch, ihr lasst mich ja nicht in Ruhe, so wie diese Schlacht mich nicht in Ruhe lässt. Was willst du also hören aus der Schlacht, der Dämonenschlacht, von der ich gehört habe, daß man sie die dritte nennt.

Die Gezeichneten? Ja, ich habe die Gezeichneten gesehen, und das mag eine Geschichte sein, die zu erzählen ich bereit bin, weil sie Gutes in all dem Bösen bildet. Ich mag mich nicht an den Zwölfen versündigen und versuchen, ihren Plan zu erspähen, doch mag es gut sein, daß nicht nru wir alle hier sind, weil es jene Sieben gab, sondern daß auch euer Onkel Jorun nur deshalb zurückgekehrt ist, weil sie ebenfalls an der Trollpforte waren.
Mit einem von ihnen habe ich gar gesprochen, stellt euch vor. Die Vierte Gezeichnete richtete das Wort einmal an mich, nur an mich, in diesen letzten Tagen, bevor sie ihr Leben im Kampf gegen den Dämonenmeister gab. Sie sprach ganz freundlich mit mir und blickte mir in die Augen, man hätte fast denken können, daß sie nichts als ein freundliches Mädchen sei, wäre da nicht diese silberne Hand und, ja, und diese seltsame Art, einen anzusehen.

Wie sie ist, fragst du mich. Ich weiß daß es mir nicht geziemt derlei zu denken, doch das erste was mir in den Sinn kommt, wenn ich an sie denke, dann, wie klein sie war.
Ich sah sie das erste Mal, als das Gerücht ging, es gäbe jemanden im Lager, der uns erklären könne, wie man sich gegen die Schrecknisse wappnete, die hinter der Trollmauer lauerten. Das Gerücht ging wie ein Lauffeuer, und wie viele bin auch ich hingegangen. Schließlich konnte man nicht wissen, was die Schlacht bringen würde, und jeder von uns fürchtete sich vor den Kreaturen des Dämonenmeisters. Gewiß ist solche Kunde etwas für Gelehrte und nicht für den einfachen Mann, der ich bin, und dennoch hing in an meinem Leben und war bereit, es zu versuchen.
Ich ging also dort hin mit Val, einem Bauern aus dem Darpatischen und mit Gurlan, unserem guten Schmied, und als wir kamen, war das Rund schon voller Menschen. Wir drängelten uns durch und erwischten noch einen Platz recht weit vorne an der Tafel, vor der eine junge Frau mit dem Rücken zu uns gewandt mit ihrem Gegenüber sprach.
Ich habe erst später erfahren, daß ihr Gegenüber, den wir wohl alle für denjenigen hielten, der zu uns sprechen sollte, Iolaos war, der zweite Gezeichnete und Gemahl der Vierten Gezeichneten. Wir dachten, das junge Mädchen wäre seine Dienerin, nun, wer weiß schon was die Hohen für Gelüste haben, und nichts anderes konnte dieses junge Ding sein, das selbst ihm, und auch er war nicht groß nur bis knapp über die Schulter ging, und das so zart und feingliedrig schien, als könne jedweder Sturm es hinfortblasen. Sie hatte rotes Haar, das sie nur unordentlich zusammengesteckt hatte - keine Magd, die etwas auf sich hielte, würde so herumlaufen, aber vielleicht war es zu kurz, denn es ging ihr nur bis auf die Schultern.
Und als sie sich umwandte erkannten wir alle unseren Irrtum, denn das war kein Mädchen mehr. Wohl war sie noch nicht alt, doch jung war sie auch nicht mehr. Und ihr könnt euch unsere Überraschung vorstellen, als wir den Silberarm sahen, von dem ja jeder wußte, daß er das Zeichen der Vierten Gezeichneten war. Ich weiß nicht, wie es euch ging, doch ich hatte mir die Gezeichneten als strahlende, mächtige, unüberwindliche Personen vorgestellt, vor denen der Dämonenmeister wohl erzittern würde. Niemals konnte ein schmales Ding wie Esybilla di Montana sich gegen eine solche Macht stemmen.
Doch sie begann zu sprechen.
Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, als ich zu dieser Unterweisung ging. Für gewöhnlich ist Magiervolk ja nur für unverständliches Gebrabbel und für unsereins unnützes Zeug bekannt, doch bei ihr war das anders. Ich will nicht behaupten, daß ich wahrhaft verstand, wovon sie sprach, aber ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, daß es ihr wirklich darum ging. Und sie wußte wirklich, wie man unsereins etwas näher bringen muss. Sie berichtete von den Schrecknissen jenseits der Mauer, als wäre sie eine Perainegeweihte, die über die unterschiedlichen Ähren und ihre Zucht spricht. Sie beschrieb die Gefährlichkeiten von Dämonen, ihre verwundbaren Stellen, jene der Zwölfe, die ihnen besonders verhaßt sind.
Noch heute sind mir viele ihrer Worte in Erinnerung, die sie wieder und wieder sprach, Bilder, die sie uns wieder und wieder vorhielt.
"Sie sind nicht unbesiegbar", hatte sie gesagt. "Man kann sie schlagen." Ich weiß nicht wie oft ich das gehört habe, und jene Worte waren es, die ich mir die ganze Schlacht über immer wieder vorsprach, wenn die Furcht zu groß wurde. "Sie nähren sich von unserer Furcht. Es wäre unklug, sie noch stärker zu machen."
Tausende Dämonen kennt R'ryll, so sagt man, und es waren nur wenige, die sie uns anzeichnete. Ein junger vorwitziger Bursche, kaum siebzehn wird er gewesen sein, wies sie darauf hin und erhielt ein Lächeln von ihr, das so traurig war, das es das Herz schier zusammenschnürte.
"Da habt Ihr recht", entgegnete sie und lehnte sich gegen die Tafel, die sie mit Zeichnungen gefüllt hatte. "Doch hegt der Feind eine deutliche Vorliebe für den einen oder anderen nützlichen Diener. Und deren Gestalt ist es, die ich Euch lehren will."
Die erste Stunde, die seltsamste Unterrichtsstunde meines Lebens, ging vorbei und die Menge zerstreute sich, während ich grübelnd stehenblieb, noch über einige ihrer Worte nachdenkend.
"Was läßt Euch so nachdenklich aussehen?"
Ich schrak ob der Stimme hoch, die mich schon die letzte Stunde begleitet hatte und stellte fest, daß nur noch wenige Soldaten um mich herum standen. Stattdessen fand ich mich Auge in Auge mit Esybilla Stragazza di Montana. Sie war blaß gerade so wie Müllers Joschin, und ihre Wangen waren voller kleiner Sommersprossen. Sie hat alte Augen, die vierte Gezeichnete, alte Augen in einem noch jungen Gesicht. Die grüne Kleidung und das Stirnband mit der Gestalt eines Einhornes schien mir fast ein Zeremoniengewand zu sein, und düster meine ich mich zu erinnern, daß man dem Einhorn einen Sohn Hesindes zuorndet, Hesindes mit Phexens, wenn ich mich nicht täusche. Ich wußte nicht was ich sagen sollte zu der hohen Dame und mein Blick heftete sich unwillkürlich auf die silberglänzende Linke, deren Knöchel mit funkelnden Edelsteinen verziert waren. Die Finger trommelten ungeduldig auf den Oberarm der Dame, denn sie hielt die Arme verschränkt vor der Brust.
Ich wußte nichts zu sagen und so suchte ich nach Worten, die angemessen wären, der Dame entgegenzusetzen und sie hob eine schmale, rötliche Braue ob meiner Verwirrung.
"Es verschlägt Euch die Sprache? Das sollte es nicht." "Um Vergebung", brachte ich mühsam heraus und spürte, wie mir das Blut der Scham in den Kopf stieg. "Ich.. bin mir nur nicht sicher, warum Ihr das hier tut."
Sie blinzelte für einen Augenblick und ich könnte schwören, daß ich sie überrascht hatte. "Warum?" fragte sie, beinahe staunend, doch dann zeigte sich ein Lächeln auf ihren Zügen. Die Zwölfe mögen mir helfen, sie war überrascht! "Weil ich hoffe, daß man mir zuhört. Und daß man sich zum rechten Zeitpunkt daran erinnert." Das leuchtete ein, dennoch, daß eine Person wie sie sich herabläßt, vor den Landwehren magische Vorträge zu halten, erschien mir mehr als seltsam. "Ja sicher", beeilte ich mich zu versichern, denn ich wollte sie nicht beleidigen. "Glaubt nicht, daß wir das nicht zu schätzen wissen, aber..."
"... derlei Wissen ist nichts für Euch?" vollendete sie gewandt, was ich zu sprechen nicht imstande gewesen war und hob schmunzelnd eine Braue. Ich zögerte zu nicken, doch sie hatte kein Erbarmen mit mir und blickte mich aus seltsam klaren Augen an. "Ich habe doch recht, nicht wahr?" Mir blieb nichts, als zu nicken, und sie erwiderte die Geste, fühlte sich wohl bestätigt.
"Aber danach werden sie nicht fragen. Weder jene, denen ihr euch gegenübersehen werdet, noch die Zwölfe. Sie stellen uns auf den Platz, an dem sie uns sehen wollen. Es liegt an uns, das beste daraus zu machen."
Wieder huschte ein trauriges Lächeln über ihre Züge, und ich fragte mich, welche Lasten nun wohl auf ihren Schultern lagen, so kurz vor der entscheidenden Schlacht. "Mein Gemahl", fuhr sie fort, "Iolaos, der zweite Gezeichnete...", ein versonnenes Lächeln huschte über Ihr Gesicht. "Wißt Ihr woher er stammt?"
Ich wußte es nicht, und sagte ihr das, und ihr Blick glitt in eine Ferne ab, in der sie etwas sah, das wohl nur sie erspähen konnte.
"Er ist ein Bergmann im Svellttal gewesen", erklärte sie leise und verfiel in Schweigen. Ich wußte nicht ob ich stolz, schockiert oder erschrocken sein sollte. Ein einfacher Mann, der nun so hoch gestiegen war, und doch verstand ich auch, was mir die Dame di Montana sagen wollte. Was immer er nun war, es war nicht die Rolle, von der man hätte denken mögen, daß Praios sie ihm zugewiesen habe, und wenn man den Gesichtsausdruck der zierlichen Magierin zu deuten versuchte, so hatte mit Sicherheit niemand den Zweiten Gezeichneten gefragt, ob er eine solche Rolle ersehne.
"Ich verstehe", sagte ich also, und diese Worte zauberten doch tatsächlich ein weiteres Lächeln auf ihr Gesicht. "Das ist gut."
Immer noch schien sie viel Wert darauf zu legen, daß ich sie verstand. Ich fragte mich, wieso dem so war, auch wenn Magiervolk bisweilen schwer zu verstehen ist. Ich weiß selbst nicht, was mich dazu brachte, sie zu fragen, ob sie Angst habe. Vielleicht lag es daran, daß sie so traurig aussah, und doch über die größten Schrecknisse sprach, als ginge es um die Kunde vom Wetter. Und wieder lächelte sie nur abwesend, und es dauerte, bis sie mich anblickte.
"Natürlich", sagte sie schließlich, leise, als gestehe sie mir ein Geheimnis. "Ihr nicht?" Nachdenklich blickte sie auf ihre Hände, die unversehrte Rechte und die silbrigglänzende Linke, und schürzte die Lippen. "In der Akademie lehrte man mich einst, die Furcht wie einen Freund zu begrüßen. Sie macht vorsichtig und schärft den Geist. Allein die Panik ist es..." sie hielt kurz inne, hob den Blick, um mich anzusehen. "... die wahrhaft gefährlich ist." Sie schwieg einen Moment, atmete dann tief durch, ein halber Seufzer. "Und ich bin auch nur menschlich, so wie Ihr. Ich fürchte mcih ebenso vor dem, was sich hinter der Mauer befindet. Alles andere wäre dumm." Die Praiosdiener sagen, daß es Wissen gibt, das in Menschenhänden nichts verloren hat. Und ich bin froh, an jenem Tage wie heute, daß ich nicht wußte, was sie wußte, daļß ich - im Gegensatze wohl zu ihr - nicht verstand, was sich hinter der Trollmauer verbarg, welches Ausmaß die Finsternis genommen hatte.
"Und was werdet Ihr tun?"
Sie legte den Kopf schräg, als habe ich nun eine wahrhaft unerwartete Frage gestellt.
"Mein Bestes", entgegnete sie, mild erstaunt. "So wie Ihr es ebenso tun solltet. Der Herr Nandus liebt jene, die Wissen und Taten zu Fruchtbarem verbinden." Nandus. Der Sohn des Phex und der Hesinde. Ich verstand, daß ich wohl recht gelegen hatte mit ihrem Ornat. "Was auch immer die Situation erfordert."
Ich musterte sie. Sie sprach freimütig, offen fast, und diese Offenheit erstaunte mich. Die Namen der Gezeichneten waren in aller Munde in diesen Tagen, man nannte sie in einem Atemzug mit dem Prinzen Brin, der Schwertkönig Conchobair war in ihren Reihen. Doch wo die Dame di Montana nun so vor mir stand, traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag, dass auch sie Menschen waren, die liebten, litten, und die sich fürchteten. Mir schwindelte vor der Aufgabe die ihnen bevorstand. Man munkelte, dass an dem Dämonenmeister mehr sei, als nur das reine Menschliche, und allein die Übermacht jenseits der Trollpforte schien uns schon vollkommen unüberwindlich. Und so sandte man die Gezeichneten, sandte man diese zarte, rothaarige Frau, die mir kaum bis zur Schulter reichte, um zu vollbringen, was offensichtlich nicht einmal der weise Rohal zu tun imstande gewesen war.
"Werdet Ihr ihn besiegen?" platzte es zu meiner Schande aus mir heraus, eine Ungeheuerlichkeit, doch sie lächelte nur ein weiteres Mal traurig.
"Ich weiß, dass wir es können. Ich weiß dass es möglich ist." Ihre Linke ballte sich unwillkürlich und ich frage mich, ob sie sich dieser Gestik bewusst war, denn sie warf einen stirnrunzelnden Blick zu den silberglänzenden Fingern. "Der Herr Phex stellt niemals Aufgaben, die unlösbar sind. Ebensowenig sein himmlischer Sohn."
Ihr Blick glitt ab zu den Bergen, hinter denen die Trollpforte verborgen war, deren Aussehen allein anderes vermuten ließ. "Doch ich fürchte die Prüfung, das gebe ich zu." Für einen Augenblick stand ich da, erschrocken ob ihrer Menschlichkeit, und blickte sie höchst unziemend an, doch dann kam wieder Bewegung in sie, ein Lächeln sprang auf ihre Lippen, das einiges an Traurigkeit verloren hatte.
"Doch der Glaube an die Götter mag uns auch durch diese Prüfung führen, wie schon durch so viele andere. Habt Mut, guter Mann." Sie legte die unversehrte Rechte auf meine Schulter, und ihre Berührung war leicht, doch nicht ohne Stärke. "Habt Mut und vertraut auf Euren Geist und Euren Arm. Denn was ihr habt ist stets genug, wenn Ihr alles in die Waagschale werft, was Euch gegeben ist." Das Lächeln auf ihrem Gesicht, nun offen und freundlich, sprang auf mich über und ließ sie Jahre, Jahrzehnte jünger gar erscheinen. Für einen Augenblick hatte ich das Gefühl, das Mädchen Esybilla di Montana zu sehen, die junge Horasierin, die wohl, wie so viele Söhne und Töchter unserer Lande, eines Tages aufgebrochen war, voll Mut und Tatendrang, um die Welt zu bereisen, und die durch so viele Prüfung zu senden es dem Schicksal gefallen hatte. "Das Leben", schloß sie leise, "lohnt jedes Risiko."
Sie nahm ihre Hand von meiner Schulter fort und neigte den Kopf schräg, musterte mich nachdenklich.
"Gebt auf Euch acht", bat sie, "wenn das Feuer beginnt."
Ich nickte, wortlos, sprachlos und sie wandte sich ab zu dem zweiten Gezeichneten, der die Szene vom Rande her beobachtet hatte. Vertraute Worte wurden zwischen ihnen gewechselt, und er lächelte, doch sein Lächeln trug dieselbe, schwere Traurigkeit, die auch in den Augen der Dame di Montana lag.

Die Schlacht brach zwei Tage später los. Der Himmel weinte Feuertränen und ich bin froh, dass ich mich an viele der Schrecken nicht mehr erinnern kann. Doch zwei Anblicke dieser Schlacht werde ich niemals vergessen.
Das Zustürmen der Katzenwesen, zweibeinig und mit unglaublich langen Zähnen, bei deren Aussehen ich die Stimme der Magierin wieder zu hören glaubte. Zantim sind Geschöpfe des Herren der blutigen Schlacht, und sie verabscheuen alles, was der Herrin Rondra heilig ist. Doch sind sie auch dem gegenüber besonders schwach, was den Segen oder den Blick der Kriegsgöttin in sich trägt. Mut, ein Gebet an die himmlische Leuin, all das mag dazu angetan sein, gegen sie leichter zu bestehen. Sie sind schnell, ihre Waffen, die Klauen und die Zähne. Anders als andere Dämonen werfen sie keine Zauber sondern beschränken sich auf den Kampf, wie es ihrem finsteren Herren gefällt. Wir standen zusammen gegen die Zantim, und über unsere Lippen kam, heiser zwar, außer Atem und zunächst schwach, doch hörbar, der Choral der Heiligen Ardare, und ich machte die seltsame Erfahrung, dass in dieser Schlacht nicht nur die Dämonen, sondern auch die Götter näher waren, als sonst.
Und während der Trupp neben uns vollkommen aufgerieben wurde, verloren wir von unseren fünfundzwanzig Häuptern nur fünf Mann, bis die Kreaturen verschwunden waren. Und der zweite Anblick, das ist jener, als die Speerspitze, Emer von Gareth vorneweg, auf den Feldherrenhügel zueilend ins Stocken geriet und wir drohten, aufgerieben zu werden. Doch in der Ferne auf dem Hügel, dort wo Borbarad tanzte, und kurz bevor er ebenso wie die Welt zerbrach, erblickte ich für einen Augenblick, einer Signalfahne gleich, das wehende rote Haar Esybilla di Montanas, hochaufgerichtet, dem Schwarzen gegenüber.

Sie ist natürlich gestorben, wie alle von ihnen. Doch ich hoffe, und ich glaube, daß ihr himmlischer Herr ihre Mühen gelohnt hat, und sie dort ist, wo auch immer die Anhänger Nandus sich wünschen zu sein. Nichtsdestotrotz macht es mich traurig an sie zu denken.
In den wenigen Augenblicken, in denen ich sie selbst, und nicht die vierte Gezeichnete sah, habe ich doch verstanden, dass sie ein fröhliches, leichtlebiges Geschöpf gewesen ist, das das Leben allzu sehr geliebt hat.

Aber nun denn.
So starb sie für das, was sie am meisten liebte.
Die Barden würden wohl sagen, es sei ein schöner Tod.

Querverweis zum Weiterlesen:
Das Ende der Unschuld - Schlaglichter aus dem Vorleben Iolaos' (Führt in den Bereich "Geschichten über Iolaos")

-> Zurück nach oben

<- Träum vom Fliegen