Feuertaufe Seelsorge Erbeben
Todessehnsucht Zusammenbruch Rückkehr zur Mitte
  Alles ist gut  

Nach Wehrheim wird Gareth angegriffen, und obwohl die Schwarze Festung Galottas fällt und der Dämonenkaiser in die Niederhöllen gerissen wird, geht der Kampf gegen Rhazzazor deutlich weniger klar aus. Angwi führt den Stab des Vergessens gegen ihn, doch der Drache wird nur zurückgeschlagen und der Stab scheint zerstört. Angwi und ihre Gefährten reisen zum Reichskongress, in dessen politischen Verwirrungen sie dem Kronprinzen die Treue schwören. Und Liasanna Mondenpfad nimmt das wesentlich schlechter auf als Angwi - und sucht bei der Golgaritin nach Rat.
(Geschichte inspiriert von 'Aus der Asche')

Seelsorge

Von Zweifeln zerrissen...

Liasanna erwachte weit nach dem Morgengrauen. Die durchwachten, durcharbeiteten Nächte hatten begonnen, sich langsam auf ihr Gemüt zu schlagen, und so hatte sie sich, als sie wie gewohnt in der ersten Tagesdämmerung aus den Tiefen ihres Schlafes empor fand, noch einmal umgewandt, um ein weiteres Mal Vergessen in den Armen Borons zu suchen, ein Vergessen, das ihr nur noch in den Stunden der Nacht gewährt wurde.
Sie war so müde in letzter Zeit. Vor einigen Monaten - in einem anderen Leben - hatte sie einmal mit einer halbelfischen Maga aus Perricum über die Nachwirkungen von Schock und Überforderung gesprochen, und mit beinahe amüsierter Gelassenheit stellte sie fest, dass sie sie mittlerweile beinahe alle bei sich fand. Die Erschöpfung, so viel sie auch schlief, war übermächtig, und wenn man von jenen Augenblicken absah, in denen die Umstände von ihr volle Aufmerksamkeit forderten, sehnte sie sich nach Ruhe, nach einem Rückzug, doch auch so waren die Mußestunden eher wenige.
So vieles gab es zu tun, und so vieles hatte sich geändert.
Und so hatte der verlängerte morgendliche Schlaf auch nichts dazu beigetragen, ihr Gefühl zu verbessern. Eine große Woge war über ihr zusammengeschlagen, und entweder würde sie lernen zu schwimmen, oder untergehen. Doch noch trat sie Wasser, und noch gab sie nicht auf.
Liasanna erhob sich, wusch sich in der Waschschüssel, die sie am Abend zuvor bereitgestellt hatte. Das ehemals kühle Naß war lau, da die Morgensonne bereits begonnen hatte, das Zelt des Grafen von Perricum aufzuwärmen. Die anderen hatten sich bereits erhoben und hatten wohl ihre Planungen und Vorbereitungen bereits wieder aufgenommen. Ein Vorhaben wie das, das sie planten, benötigte viel Zeit und viel Gedankenarbeit.
Sie war nicht einmal besonders überrascht, als sie auf den ersten Blick keinen von ihnen vorfand, als sie das größte Abteil des Zeltes betrat, das ihnen als Aufenthaltsraum diente. Sie waren bereits ausgeflogen, alle auf ihren beiden Botengängen, und obwohl es letztendlich nutzlos gewesen war, so war sie doch dankbar, dass sie ihr ihre Ruhe gelassen hatten.
Erst auf den zweiten Blick stellte sie fest, dass der Raum doch nicht leer war. Still, abseits des Lichtes, das gedämpft, doch unverkennbar durch die Zeltplanen drang, saß schweigend und in Gedanken versunken Mutter Galahan. Die Gesichtszüge der Golgaritin wirkten übernächtigt... offenbar hatte sie auch diese Nacht wieder unter Alpträumen gelitten. Immer derselbe Traum, seit der Zerstörung des Stabes des Vergessens. Als bemerke sie Liasannas Blick, hob sie nun den Kopf und nickte der Halbelfe zu. Kein Lächeln verbarg sich in ihrer so ruhigen Miene, aber wie so oft waren ihre tiefschwarzen Augen aussagekräftig genug, deren Ausdruck die Gefährtin freundlich grüßend streifte. Mutter Galahan hatte an ihren Planungen Anteil, weniger jedoch an den Vorbereitungen, dazu war die einzige Golgaritin in einer Stadt wie Elenvina einfach zu auffällig.
Liasanna stützte den Kopf in die Hände, ein fast verzweifelter Laut zwischen einem Lachen und einem Schnauben entrang sich ihrer Lippen.
"Früher, als Kind dachte ich immer, wenn das Reich in einer Krise sei, gäbe es Helden. Wichtige Menschen, tapfere Menschen, die klug und geschickt genug sind, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Aber diesmal... verdammt. Diesmal gibt es nur uns..."
Die Geweihte des Boron lächelte milde, legte den Kopf ein wenig zur Seite und sah die Halbelfe an als wolle sie fragen:
Was macht dich da so sicher?
"Mag ja sein, dass mir dieses politische Geplänkel nicht liegt. Und ja der Hof in Gareth war auch kein Rosengarten, selbst nicht für einen Panthergardisten. Aber das hier ist ein Haifischbecken." Sie seufzte. "Und zwar eines voller Verrat... Wie kann man in so etwas bestehen?"
"Phex", lautete die ruhige Antwort. "Glück. Frag Yann."
"Mit Verlaub. Man kann sich über Glück freuen, aber nicht darauf verlassen." Liasanna klang kategorisch. "Glück kann das Zünglein an der Waage sein. Und selbst das ist es nur allzu oft nicht. Es können ja in einem Konflikt nicht beide Seiten Glück haben." Sie seufzte leise. "Vielleicht habe ich auch nur das Gefühl, mich würde jetzt endlich und endgültig alles überrollen."
"Alles wird gut", erklang es ruhig von der Golgaritin. Der häufigste von ihr gesprochene Satz. Heute aber sagte sie noch mehr. "Wir stehen zusammen."
Liasanna lächelte traurig.
"Wir vier vielleicht - nimmt man einmal Nezahets gelegentliche Aussetzer aus..." Die Art, wie sie es sagte, sprach nur zu deutlich davon, dass sie den Magus schon lange genug kannte, um ihn trotz seiner Fehler zu schätzen. "Aber jenseits davon..." Sie hob die Schultern und seufzte leise. "Ich wünschte, wir würden etwas Dämonisches bekämpfen. Einer solchen Schlange den Kopf abzuschlagen ist einfacher. Und, mag sein, dass Euch die Erkenntnis, dass am Ende - also im Zweifelsfall im Tode - alles irgendwie gut wird... aber für mich sind solche Gewissheiten verschlossen..."
Mutter Galahan lächelte nachsichtig.
"Gib dein Bestes, folge deinem Gewissen. Dann tust du das Richtige. Es ist nicht wichtig, lange zu leben oder alles zu erreichen, sondern wie du lebst. Dieser Zwist ist bitter, da es keinen eindeutigen- nennen wir es Bösewicht- gibt, wie Galotta. Aber er ist da, ob mit oder ohne uns. Und so lange Atem in uns ist... haben wir die Chance etwas zu bewegen." Ungewöhnlich viele Worte für die Golgaritin. Aber manche Situationen benötigten Worte... Sie musterte die Halbelfe kurz. "Und manchmal, Liasanna... hab Vertrauen. In dich selbst, wie in Freunde, Fremde und Götter."
Die Soldatin lachte leise, es klang ein wenig bitter.
"Mir schwindelt wenn ich mich umblicke. Was für ein Irrsinn ist es, der uns in diese Position bringt? Vor Mondesfrist wäre ich nicht einmal sicher gewesen, ob ich mich selbst wirklich als reichstreu bezeichnet hätte. Meine Loyalität galt der Reichsbehüterin, gewiß. Und nun?" Sie schüttelte den Kopf, raufte mit beiden Händen durch das Haar. "Die treuesten der Treuen. Eine Halbelfe. Jemand wie ich. Das ist lächerlich. Und das lächerlichste an der ganzen Sache ist, dass ich geworden bin, was er sagt, allein dadurch, dass er es gesagt hat." Sie schüttelte den Kopf. "Die Elfen sagen, dass es Worte gibt, denen ein ganz besonderer, eigener Zauber anhaftet. Wenn dem so ist, dann ist der Kronprinz wirklich ein großer Magier." Die Gedanken sprudelten aus ihr heraus, wer wußte schon, ob sie wirklich eine Antwort erwartete. Mochte es auch sein, dass die Halbelfe nichts nötiger brauchte in diesen Stunden als bitteren Gedanken durch Worte klare Form zu geben, all jene Dinge, die sie bisher in ihrer stillen Art mit sich selbst ausgemacht und in sich hineingefressen hatte, an jene Adresse anzuvertrauen, von der sie hoffte, dass sie es begreifen würde, ohne ihr die Zweifel übel zu nehmen.
Die Golgaritin legte ihr eine Hand auf die Schulter.
"Ich weiß..." Uns allen geht es so, sagte ihr Blick. Hegte Angwi in ihrem Inneren ähnliche Zweifel, fühlte sie sich ähnlich zerrissen?
Schließlich war sie Albernierin, Franka Salva Galahan ihre Tante... natürlich hatte sie mit Ablegen der Schwüre als Geweihte des Boron allen weltlichen Titeln entsagt... doch was besagte das schon. Der Konflikt der Golgaritin musste- falls existent- ebenso gewaltig sein. Reichstreue oder Glaubens- besser gesagt Ordenstreue. Sie hatte den Eid zum Beitritt des Bundes von Greif und Fuchs nicht geleistet, dem Grundsatz ihres Ordens folgend. Konnte- durfte- es für ein Ordensmitglied überhaupt eine Wahl geben? Wie sahen das jene, die der Königin der Albernier in die Acht gefolgt waren, wie die dritte Partei unter Reichsregent Jast Gorsam vom Großen Fluss? Sie alle erhoben für sich den Anspruch, dem Willen der Götter zu folgen und zu dienen... und dennoch hatten Politik und Machtgier sie auf verschiedene Seiten getrieben, die nun die Waffen miteinander kreuzen würde- auf dem Schlachtfeld der Worte und Intrigen... oder auf dem der Blankwaffen. Jeder einzelne, der in die momentanen Ereignisse verstrickt war, hatte genau dieselbe Entscheidung zu treffen. So allein waren sie also gar nicht, und vermutlich würden sie auf mehr Verständnis stoßen als es sich anfühlte... wenn es nur die Chance gäbe, sich auszutauschen.
"Gewiß", fuhr Liasanna leise fort, als antworte sie auf unausgesprochene Gedanken, die in der Haltung Angwis nur allzu deutlich sichtbar waren. "Wer mag schon die derzeitige Situation... von den Nordmarken vielleicht einmal abgesehen." Das trockene Lächeln um ihre Lippen zeigte, dass jene Abneigung eine für Liasanna schon ausgeprägte Intensität hatte. Sie schien ein gewisses, wenn auch stilles, Vergnügen daran gehabt zu haben, schon auf dem Turnier den jungen Sproß des Hauses vom Großen Fluß zu demütigen, und auch hier zeigte sich ihre deutliche Abneigung wieder und wieder in kleinen Spitzen, zu denen sie sonst kaum fähig schien. Fast, als sei jener Ärger- den sie behandelte wie eine kleine, wohlgepflegte, doch kaum ernstzunehmende Fehde- das einzige, das ihr in jener Situation den Hauch von Normalität zu geben vermochte.
"Und dennoch... das Spiel das wir spielen, ist einfach eine Treppenstufe zu hoch für mich. Was erwartet er von mir?" Sie schüttelte verständnislos den Kopf, und es schien, als hielte sie es nicht für nötig, auch nur zu erwähnen, dass mit "er" Selindian Hal, der Kronprinz des bebenden raulschen Reiches gemeint war. "Und warum ich? Ich bin weder eine große Kriegerin noch eine Dienerin eines Gottes, bin weder lehenstreue Adelige noch Langgediente Soldatin. Ich bin nur Liasanna. Eine Händlertochter mit ein bißchen Geschick für Pferde und Pfeile." Sie warf hilflos die Hände in die Luft, unfähig, in Worte zu fassen, wie klein sie sich fühlte, wie überfordert, und wie sehr sich jener elfische, freiheitsliebende Teil ihres Wesens, der keine Macht über sich duldete, gegen die Vereinnahmung durch jene Krake, die das Mittelreich geworden wahr, wehrte, ja, sich davor fürchtete.
"Manchmal ist man zur rechten Zeit am rechten Ort", erwiderte die Golgaritin bedächtig, und setzte mit dem Hauch eines Schmunzelns nach.
"Manche nennen das Heldentum. Manchmal gefällt es den Göttern, dich an einen Ort zu stellen." Ihr Blick schweifte kurz aber deutlich zum Stab des Vergessens. "Verstehen können wir es nicht, wir sind nur Sterbliche."
"Bei allem Respekt, ich bin keine Dienerin der Götter. Ich achte sie und ihre Wege. Aber ich bin zu sehr Elfe um mich ihnen vollends zu ergeben." Sie schnaubte leise durch die Nase. ?Und was das Heldentum angeht... was für eines Heldentums bedarf es, fortzulaufen inmitten des Schlachtfeldes, statt zu tun, was man geschworen hat? Sieht so aus als wären meine Schwüre nicht viel wert. Und was für Heldentum benötigt es, zwischen dem sicheren Tode und der winzigen Chance des Überlebens zu wählen?" Liasanna schüttelte den Kopf. "Nennt es Sturheit, wenn ihr denn wollt. Mit Heldenmut hat das nichts zu tun. Man feiert uns dafür, dass wir Galotta töteten. Aber haben wir das wirklich? Habt Ihr verstanden, was auf der Feste geschehen ist? Ich nicht."
"Bezeichnen sich Helden selbst als solche?" fragte Angwi ruhig, um ihren Punkt zu verdeutlichen. Keiner von ihnen sah sich als Held... und doch sah die Welt genau das in ihnen. Vielleicht zu Recht. Immerhin waren sie es gewesen, die Galottas Ende bewirkt hatten- egal ob sie es verstanden oder nicht. Immerhin waren sie auf Greifen geritten. Immerhin hatten sie sich Rhazzazor gestellt, überlebt und den schwarzen Drachen vertrieben...
"Einige durchaus." Wieder der trockene Humor der Halbelfe, ein Schmunzeln, das aufblitzte und für einen Augenblick die Leichtigkeit der Lichtgeborenen zu zeigen schien, bevor die menschliche Ernsthaftigkeit all dies vertrieb. Es war nur zu deutlich, dass es ihr schwer fiel, die Dinge von Angwis Seite aus zu sehen. "Wenn sich hinter Heldentum nichts verbirgt als die Unwissenheit der vielen, die den Helden in Worten und Liedern erst dazu machen, ist das eine sehr beunruhigende Erkenntnis, oder nicht? Allein das, was man sich über uns erzählt, lässt die Menschen etwas in mir sehen dass ich nicht bin. Diese Erwartungen kann ich nur enttäuschen. Und das schreckt mich - nicht um meinetwillen, sondern um all das falsch plazierte Vertrauen und die enttäuschten Hoffnungen. Der letzte, dessen Hoffnungen ich enttäuschen will, ist Emers Sohn..."
Die Golgaritin nickte.
"Wir sind nur Sterbliche", erwiderte sie ruhig noch einmal.
"Danach fragt niemand", gab die Halbelfe zurück. "Und es ist auch keine Entschuldigung. Auch Jast Gorsam ist nur ein Sterblicher, und vielleicht glaubt er sogar, das was er tut, sei richtig. Trotzdem ist es fatal. Ich bin nur eine Sterbliche und ließ die Königin Garetiens vor Wehrheim zurück. Was für ein Resultat!"
"Was hättest du tun können?? schien der Blick der Golgaritin zu fragen.
"Mein Verstand sagt mir, dass ich nichts hätte tun können", gestand die Halbelfe leise ein. "Das ändert aber nichts daran, dass mein Herz sagt, dass ich sie in der Stunde größter Not verraten habe. Ihr Blut klebt an meinen Händen."
"Deine Gedanken blockieren dich. Vergangenes ist nicht zu ändern. Schreite voran. Richte Gedanken und Tun der Zukunft entgegen. Sonst verharrst du auf der Stelle."
"Aber Vergangenes sagt etwas über mich aus", entgegnete Liasanna leise. "Abgesehen davon dass ich..." Sie unterbrach sich, seufzte leise und stützte den Kopf in die Hände. ?Ach, was weiß ich. Vermutlich hat Thisdan einfach mal wieder mehr recht, als ihm gut zu Gesicht steht."
Nun sah die Golgaritin sie fragend an. Eine Aufforderung, zu Wiederholen, was sie gesagt bekommen hatte- falls sie es wollte.
"Thisdan kennt mich vermutlich besser als ich mich selbst", gestand Liasanna leise ein. "Das ist wohl das Problem. Mein ganzes Leben lang... hat sich mein Weg durch andere bestimmt. Zuerst bei der Armee, dann habe ich mich Thisdan angeschlossen, und schließlich den Befehlen der Reichsbehüterin gehorcht. Oh, ich habe schon meine eigenen Mittel gewählt, aber Thisdan nannte mich einmal die ewige Sekundantin. Vielleicht hat er recht damit. Ich fürchte nur, diesen Weg gibt es nicht mehr für mich."
Angwi nickte bedeutsam um zu verdeutlichen, dass die Thisdans Meinung teilte. Die Halbelfe ließ den Kopf sinken und stieß Luft aus. "Ich weiß. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich dafür wirklich tauge."
"Bist du nicht halb elfisch?" Angwi lächelte schmal, hielt Liasanna dann eine Hand hin. "Was siehst du?" Verwirrt runzelte Liasanna die Stirn.
"Ich bin mir nicht sicher, worauf ihr hinauswollt."
Die Golgaritin hielt die Hand weiter hin und wartete auf die Beantwortung ihrer Frage. Geduld war nun wirklich eine ihrer Stärken.
"Eine Hand", tat Liasanna ihr den Gefallen, das Mißtrauen deutlich auf ihren Zügen geschrieben. "Die Hand einer Kriegerin..."
Angwi drehte ihre Hand um.
"Nun?"
Tatsächlich erschien ein amüsiertes Schmunzeln auf Liasannas Gesicht. "Die andere Seite besagter Hand?"
Offensichtlich hatte sie keine Vorstellung davon, worauf die Golgaritin hinauswollte. Angwi schmunzelte ebenfalls.
"Dieselbe Hand", erwiderte sie leise. "Anderer Blickwinkel."
Bedeutungsvoll sah sie Liasanna an.
"Ich fürchte nur, dass ich nur sein kann, was ich in mir sehe." Die Halbelfe war nachdenklich geworden, klang längst nicht mehr so defensiv wie zuvor. "Was auch immer Ihr, oder Thisdan, oder wer auch immer noch mich sieht und es gut mit mir meinen mag, in mir erblickt." Ihre Stimme hatte beinahe einen traurigen Unterton angenommen, so als bedauere sie, dass sie selbst nicht sah, was die anderen in ihr zu sehen vermochten. "Aber ich fürchte auch, dass die Zeit, in der ich eine Wahl hatte, ohnehin vorbei ist, nicht wahr? Ich hätte in Gareth bleiben müssen - oder hätte vorhin mein Schwert nicht ziehen dürfen." Sie schmunzelte leicht. ?Wie Daria einmal gesagt hat - wenn die Lawine schon rollt, ist es für die Steine zu spät, noch Bedenken zu äußern."
"Das Recht zu entscheiden hast du. Bis zuletzt. Vielleicht eines der bedeutsamsten Geschenke der Götter ist: Freier Wille." Und damit erhob sich die Golgaritin, die für ihren Geschmack eine Menge zu vieler Worte benötigt hatte- und das bereits vor dem Mittag- und wandte sich dem Ausgang zu.

Von Ute Förster und Ragnhild Nitz

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Charakterbeschreibung Liasannas:Liasanna Mondenpfad (Führt in den Bereich "Charakterbeschreibung der Wegbegleiter")

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