Bis wir uns wiedersehen Alte Wunden
Löwe und Einhorn Schritte auf deinem Grab
Solch sorglose Zeiten Das Ende meiner Freiheit
Zu lange vergangen  

Wider alle Vernunft, wider alle Wagnisse, es gelingt den Helden, zumindest körperlich unversehrt die Schwarzen Lande wieder zu verlassen. Doch Serina von Garlischgrötz, im Versuch, ihren Zorn über ihren leichtsinnigen Gemahl auszugießen, macht die Erfahrung, daß Andregos Wunden tiefer gehen, als sie zu bohren wirklich bereit ist. Dies ist der Abschluß der Geschichte 'Durch Schwarze Lande'.
(Geschichte inspiriert von 'Kreise der Verdammnis')

Alte Wunden

Zurück auf Montana

"So." Serina von Garlischgrötz betrat den Salon des Anwesens zu Montana, die Ärmel ihres weitausgeschnittenen Kleides bis zu den Ellenbogen geschoben. Sie war eine kleine, zierliche Frau, mit blassen Wangen und blonden Locken, die sie zu einer Krone auf ihrem Kopf gewunden hatte, doch niemand würde den blauen Augen die Tatkraft absprechen, für die sie bekannt war. Sie wandte sich zu dem Kamin, vor dem eine Sitzgruppe aus drei Ohrensesseln Behaglichkeit versprach. Auf einem kleinen Beistelltischchen dampfte eine Karaffe mit heißem Wein und sandte ihr den vertrauten Duft des Winters entgegen, untermalt vom Prasseln des Feuers und dem Geräusch des Regens gegen die großen Flügeltüren, die auf die Veranda hinausgingen.
Andrego hatte im linken Sessel der Sitzgruppe Platz genommen, aufrecht, auch wenn sie seiner Haltung die Erschöpfung durchaus ansah. Er blickte ins Feuer, einer Statue gleich, regungslos und ohne eine Miene zu verziehen. Serina kannte diesen Gesichtsausdruck. Selbst zu besten Zeiten war Andrego niemand, der es liebte, Mittelpunkt der Ereignisse zu sein. Er verstand, zu bezaubern und kannte die geschliffenen Regeln des Vinsalter Parketts in allen Einzelheiten, doch gelang es ihm niemals, vollständig die Ruhe zu verbergen, die seiner Wesensart eigentlich eher entsprach. Im Privaten bevorzugte er die leiseren Töne.
Serina hingegen war nicht nach leisen Tönen. Sie hatte ihre Ungeduld bezwungen und ihn erst einmal ankommen lassen, ihm ein Bad bereitet und einige Stunden der Ruhe gegönnt, aber nun war ihr Langmut aufgebraucht und sie wollte Erklärungen. "Vielleicht kannst du mir jetzt einmal erklären, was das alles sollte."
Mühsam wandte sich Andrego von den Flammen und wandte ihr den Blick zu, während sie sich im rechten Stuhl niederließ. Eine höfliche Handbewegung wies sie auf den Pokal mit Wein hin, den er bereits für sie eingegossen hatte, eine Geste, die ihren Ärger noch einmal hochkochen ließ. Es war schon verwunderlich genug, dass er bei ihrem Eintreten nicht aufgestanden war.
"Was möchtest du hören, Teuerste?" fragte er leise und nahm seinen eigenen Pokal auf. Sie hätte sich gewünscht, dass er ihrem Blick auswiche, damit sie einen Grund hätte, ihn deswegen anzufahren, doch den Gefallen tat er ihr nicht. Wahrscheinlich kannte er sie dafür auch schon zu gut.
"Einen plausiblen Grund vielleicht, warum mein Ehemann es für nötig hielt, sich trotz seiner zwei Kinder, die ganz nebenbei, wenn ich dich daran erinnern darf, zwei Jahre beziehungsweise sechs Monde alt sind, sich kopfüber in ein Abenteuer in einer Gegend zu stürzen, bei der ich wahrhaftig schon von einem großen Wunder des Herrn Phex sprechen muss, dass du überhaupt wieder hier bist!"
"Plausibel in wessen Augen, Serina?" Er legte den Kopf schräg, entließ ihren Blick nicht aus seinem, und Serina ließ sich mit rauschendem Gewand in dem zweiten Ohrensessel nieder.
"Oh, ich habe keinen Zweifel, mein werter Gemahl, dass es dir gelingen wird, dir selbst gegenüber, und auch für jeden Hofbeamten wird es wie Musik sein, was du an Erklärungen anbringst. Aber sag mir, warum ich es plausibel finden sollte?" Sie verschränkte die Arme vor der Brust, in einer Geste der Abwehr wie des Zornes gleichermaßen.
"Weil die Welt größer ist als Montana", bemerkte Andrego schließlich, leise, doch bestimmt. "Und weil die Sicherheit des Lieblichen Feldes auch nichts ist als eine Illusion, erkauft mit dem Blut derer, die an der Grenze der Schwarzen Lande kämpfen."
"Platitüden, Andrego." Serina schüttelte den Kopf, ohne dass auch nur eine Locke ihrer sorgsam gelegten Frisur verrutscht wäre. "Allgemeinplötze, die alles und nichts sagen. Geschliffene Sprache des Hofes, ich bitte dich, ich kenne die Spielchen selbst gut genug. Du beleidigst mich, wenn du solche Tricks bei mir versucht. Du solltest mehr von mir halten." "Solltest du dich so lange in falschen Zungen bewegt haben, dass du die Wahrheit nicht erkennst, wenn sie vor dir steht und dir ins Gesicht spricht?"
Andrego hatte den Kopf wieder seiner Frau zugewandt und blickte sie ernst an, die hintere Hälfte seines Gesichtes in Schatten verborgen. Serina fühlte sich unwillkürlich an ein altes Bild erinnert, ein Ölgemälde, in den dunklen Farben gehalten die auch die abendliche Wohnstube ausfüllten. "Der Advokat des Kanzlers" war es betitelt, hängend in der juristischen Fakultät zu Methumis, an der sie selbst studiert hatte, und es zeigte einen Mann, dessen Alter, so wie Andregos, nur schwer zu schätzen war, scharf geschnittene Linien in einem Gesicht, in dem nur die beunruhigend intensiven Augen des Portraitierten zu leben schienen. Sie hatte das Bild stets unheimlich gefunden, nichtsdestotrotz schürte seine Aussage ihren Ärger.
"Ich werde gar nicht auf die ganzen Implikationen eingehen, auf die die Aussage wohl abziehlt", entgegnete sie kühl. "Ich habe dir bereits gesagt, dass ich sehr wohl glaube, dass du dich selbst mit solchen Argumenten überzeugen kannst, nur bei mir wirst du damit scheitern. Verzeih, dass ich, bevor ich das Große Ganze zu überblicken versuche, zunächst einmal an unsere Familie denke. Es ist sehr bequem, Andrego, die große Verantwortung auf sich zu nehmen, denn sie ist ungewiß. Die kleine hingegen ist sehr viel konkreter."
"Du hältst mich für verantwortunglos." Es klang nicht überrascht, so als sei er gedanklich und argumentativ schon einen Schritt weiter als sie selbst. Diesen Eindruck hinterließ er häufig bei ihr, auch wenn Serina, geschult in langen Jahren des juristischen Studiums, eigentlich wusste, dass sie einander auf dieser Ebene mehr als ebenbürtig waren.
"Überrascht dich das?" fragte sie dennoch und legte beide Hände auf die dick gepolsterten Armlehnen ihres Sessels. "Wo ist die vielgepriesene Weisheit Nandus', wo die Verhältnismäßigkeit der Dinge, wenn ein Vater wenige Wochen nach der Geburt seines zweiten Kindes in die Schwarzen Lande reist?!!"
"Nandus…" Andrego senkte den Blick in seinen Pokal und schwenkte den Wein darin hin und her. "Nandus. Was führst du seinen Namen im Munde, wenn du augenscheinlich so wenig verstanden hast? Nandus ist nicht nur der zahme Gott der Schreibstuben und Bibliotheken. Nein, er ist auch nicht nur der, den du an Praios Seite auf deine Zunge rufst, wenn du um Schuld und Unschuld ringst. Er ist nicht nur der, der die Kinder das Lesen und Schreiben lehrt. Das, meine liebe Serina, ist seine gnädige Seite."
Sie hatte ihn, wie sie halb überrascht bemerkte, tatsächlich aus der Reserve gelockt. In die Ruhe seiner Stimme war langsam, mit beinahe unbemerkten Schritten eine Schärfe gekrochen, die sie nur selten an ihm erlebte, und die Art, wie er seine Schultern hielt, verriet die Spannung. Sie hätte es wissen müssen, dass gerade jenes Thema ihn provozieren würde. Sie führten diese Diskussion nicht zum ersten Mal.
"Der Nandus aber, der mein Leben bestimmt, ist ein anderer. Der Lehre willen stürzt er die Welt in einen aberwitzigen Krieg. Jeder Schritt auf seinen Pfaden ist einer nahe am Abgrund, weil er etwas fordert, das ohne Menschlichkeit genau dort endet - im Abgrund. Er ist nicht gnädig, und am wenigsten zu denen, die ihn am meisten lieben. Er verlangt, und verlangt für alles einen Grund. Es ist ein ständiges Messen seines Geistes in einem Kampf, den man gar nicht gewissen kann. Und wenn es ihm gefällt, dann nimmt er alles, was ein Mensch zu geben imstande ist." "Esybilla. Mal wieder."
Andrego hob den Blick. Serinas Tonfall war trocken, fast spöttisch gewesen. Er hatte in seiner Rede eigentlich gar nicht an seine Schwester gedacht, doch nun, da sie es aussprach, musste er feststellen, dass Esybilla tatsächlich, wie nur allzu oft, unausgesprochen direkt jenseits seines Blickfeldes stand.
"Nicht nur", begehrte er trotzdem leise auf, presste die Lippen fest zusammen im Gedenken an das, was in Xeraanien geschehen war, sein Versagen und der gewundene Pfad seines Meisters. "Glaube nicht, ich hätte diese Reise genossen. Glaube nicht, ich hätte sie mir gewünscht. Aber es gibt Dinge, vor denen ich nicht die Augen verschließen kann, ohne dem Meister der Meister zu freveln, und das ist ein Weg, den zu gehen ich nicht bereit bin!"
"Nicht vor Nandus, Andrego. Es ist nicht er, der es dir nicht vergibt, wenn du nicht jeden Schritt in jede Gefahr gehst. Es ist nicht er, der es dir vergeben hätte, wenn du den Weg in die Schwarzen Lande nicht gegangen wärest."
Serina erhob sich, die Röcke knisternd, und trat einige Schritte auf ihren Mann zu, der sie beobachtete, in seinem Sessel zurückgelehnt und regungslos.
"Du selbst vergibst es dir nicht, Andrego."
Sie wandte sich ab und ging zu den großen Fenstern, die hinaus ins Tal zeigten, schloß die Klappen gegen die Düsternis draußen. "Ich weiß nicht warum, aber du lebst in dem Gefühl, zu wenig getan zu haben, zu wenig zu tun. Du lebst in ihrem Schatten und versuchst stets, ihn irgendwie zu erreichen. Aber das wird scheitern."
Sie wandte sich zu ihm zurück und trat in den Kreis aus Helligkeit, den das Kaminfeuer bildete. "Ich habe ihr Tagebuch nicht gelesen, wie du es gelesen hast, aber ich weiß, dass die Gezeichneten einen Pfad beschritten haben, wie es ihn nur einmal in einem Zeitalter gibt. Nichts, was du tun wirst, wird dich ihr näher bringen. Sie hat diesen Pfad beschritten, und das hat sie zu etwas anderem gemacht. Esybilla ist fort, Andrego, und sie wird es auch immer bleiben. Und je mehr du dich nach ihren Taten reckst, desto ferner werden sie dir erscheinen."
"Es sind nicht ihre Taten." Andrego wusste sehr gut, dass seine Frau in nicht unerheblichem Maße recht hatte, doch er war nicht bereit, das zuzugeben, zumal sie ihn nun wieder fixierte, mit eindringlichem Blick ihrer klaren, blauen Augen. "Es ist ihr Erbe."
In Verzweiflung warf Serina die Hände in die Höhe, stieß etwas aus, das beinahe ein Schrei der Frustration war.
"Was ist es mit euch di Montanas?" stieß sie hervor. "Was ist es mit euch, dass ihr meint, die Last der Welt auf euren Schultern tragen zu müssen? Sag es mir! Euer Vater verursacht einen der größten Skandale der letzten Jahre am Hofe, um seines Ehrgefühls und der Gerechtigkeit willen, deine Schwester opfert sich im Kampf gegen den Dämonenmeister an vorderster Front. Und du? Du hast nun nichts besseres zu tun, als dich ihnen hinterherzustürzen! Ist es nicht langsam genug? Meinst du nicht auch, die Himmlischen hätten langsam genug? Nenn mich ketzerisch, nenn mich unverschämt, aber denkst du nicht auch, du, ihr, Montana, hättet mittlerweile ein bisschen Frieden verdient?"
"Es geht nicht darum, ob wir es verdient hätten." Er schien wieder sicherer, weniger zurückgezogen unter ihren scharfen Angriffen, und sein Blick hielt den ihren fest. "Habe ich es mehr oder weniger verdient als der Landmann, der in Tobrien seine Scholle verlor und nun im Garether Stadion vor sich her vegetiert? Habe ich es mehr oder weniger verdient als der Warunker, der unter Rhazzazors Knute ächzt und nicht weiß, wie es weitergehen soll? Niemand fragt danach, Serina. Und wenn du dich in der Sicherheit und Idylle Montanas vergraben möchtest, bitte. Ich kann das nicht. Nicht mehr. Tagtäglich bluten andere für meine Sicherheit. Ich konnte nicht verhindern, dass meine Schwester für diese Idylle stirbt, aber ich kann verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht, während ich in Sicherheit sitze und nichts tue!"
"Und wieder Esybilla." Serina ließ sich frustriert in den Sessel zurückfallen. "Und wieder sie. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte sie kennengelernt, um zu beurteilen, was sie für eine Person war, aber das war mir nicht vergönnt. Laß sie gehen, Andrego. Laß sie ziehen. Du tust dir selbst und uns keinen Gefallen. Du bist besessen von ihr. Wie kann ich, wie kann Montana, wie können deine Kinder gegen einen solchen übermenschlichen Schatten bestehen? Wie gegen das Gewicht der Welt? Gar nicht. Aber wie kann es eine Welt geben, wenn niemand einfach nur in ihr lebt? Warum erlaubst du dir selbst keinen Frieden?"
"Ich habe zu viel gesehen, Serina." Nach Zorn und Auflehnung klang Andregos Stimme mittlerweile einfach nur noch müde. "Ich bin in Seinem Heer gewesen, vergiß das nicht. Und nun in den Landen die er hinterließ." Er schauderte, rieb mit beiden Handballen über seine Stirn. "Diese Bilder werden mich nie mehr verlassen, so sehr ich es mir wünschen würde. Glaube mir. Ich wünsche es mir. Doch alles, was sie erträglich macht, ist das Wissen, dass der Herr Nandus uns einen Weg geben wird, gegen sie vorzugehen, weil es immer einen Weg gibt. Immer einen Ausweg, immer eine Möglichkeit. Wir müssen nur schnell genug sein, geschickt genug, klug genug. Das ist sein Ruf, und er ereilt mich immer wieder. Ich habe es mir nicht ausgesucht, ihn zu verspüren, und die Götter wissen, meine Schwester hätte sich auch ein anderes Leben gewünscht. Doch diesem Ruf nicht zu folgen ist Frevel. Ich wünschte mir, ich könnte einfach zurückkehren nach Montana, in den Frieden, den es bietet, die Augen verschließen und die Welt vergessen. Aber ich kann es nicht. Bei allem guten Willen, Serina, bei allem Wunsch, bei aller Kraft, mit der ich es versuche… es misslingt."
"Und so teile ich dich weiter mit einem Schatten…"
Serina lehnte sich zurück, ihr Gesicht nun im Dunklen verborgen und schloß die Augen, fast, als sei Andregos Müdigkeit auf sie übergewandert, als teile sie nun seine Erschöpfung.
"Es tut mir leid." Er stellte den kalt gewordenen Wein ab, legte die Hände auf die Knie. "Ehrlich."
"Ich weiß, Andrego. Das ist das Schlimmste daran."
Schweigen senkte sich über sie, so, als habe der plötzliche, heftige Ausbruch der Geister, das Messen des einen Verstandes am anderen, nur Müdigkeit und eine dumpfe Trauer zurückgelassen, die keiner von ihnen wirklich zu greifen verstand.
"Wie schlimm war es?" Als Serina ihre Stimme wieder hob, klang sie, obwohl leise, wie ein Peitschenschlag durch die Stille. Andrego hob den Kopf.
"Sehr schlimm", entgegnete er ernst. "Sehr, sehr schlimm. Ich habe Kinder gesehen, gepfählt am Straßenrand in Warunk und saß in der Taverne, machtlos, während sie starben. Ich habe den Hof zu Yol-Ghurmak gesehen, und gesehen was man dort für normal empfindet, wie viele Menschen nicht einmal mehr spüren, wie schrecklich diese Welt geworden ist. Man hat mir Blut zu Ehren des Herrn der Rache abgenommen und ich habe den Geist Rhazzazors in meinen Gedanken gespürt." Er griff nach dem Pokal, nahm einen beherzten Schluck, der ihm in der betroffenen Stille des Raumes überlaut erschien.
"Und ich habe Silvano getötet."
Serina beugte sich in ihrem Sessel vor.
"Silvano di Miranelli?"
Andrego nickte, und seine Gemahlin schüttelte den Kopf.
"Grundgütiger… ich hätte nicht gedacht, dass…"
Andrego blinzelte, einmal, zweimal, und was Serina wohl am meisten entsetzte waren die Tränen, die sie in den Augen ihres Gemahles sah. Andrego wusste stets sich zu beherrschen, und es waren eher die verschiedenen Variationen seiner Stille, in der seine Stimmung abzulesen war. Doch der Blick, mit dem er sie nun maß war, gemeinsam mit seinem vorherigen Verhalten, der letzte Hinweis darauf, wie viel ihm die Wochen in den Schwarzen Landen wahrhaftig abverlangt hatten.
"Was ist geschehen?" brachte sie schließlich heraus, doch er schüttelte nur den Kopf.
"Eine lange Geschichte, Serina. Und ich bin zu müde, sie zu erzählen. Ich weiß nicht einmal, ob ich es kann."
"Dann schreibe sie auf", riet sie ernsthaft. "Schreibe sie auf. Es quält dich, das kann ich sehen. Schreibe sie auf, damit du sie hinter dir lassen kannst. Wenn es einen Rat deiner Schwester gibt, den du beherzigen solltest, dann den. Die Dinge auf Papier gebannt verlieren ihren Schrecken." Er nahm einen zittrigen, tiefen Atemzug und nickte.
"Vielleicht hast du recht. Aber nicht heute. Heute…"
"… wirst du mir endlich die Revanche bieten, auf die ich schon einen guten Monat warte." Unvermutet war auf Serinas Gesicht ein Lächeln erschienen, und sie stand auf, trat an den massiven Schrank, der an der Wand der Stube stand. Sie entnahm ihm ein Schachspiel aus kostbaren, sorgfältig geschnitzten hölzernen Figuren und einem Brett aus Kiefer und Mohagoni.
"Denn noch einmal lasse ich mich von dir nicht übertölpeln."
Vielleicht war es eines der größten Geschenke des Meisters der Meister, dass sich Gedanken durch nichts besser, als durch andere Gedanken vertreiben ließen. Und obwohl Andregos Verstand in endlosen Situationen für allerlei Strategien geschult worden war, war ein Spiel gegen Serina bei ihrem scharfen Verstand ebenfalls durchaus eine Herausforderung.
Wie nahe doch bisweilen die Gaben Nandus' und Borons lagen…

Querverweise zum Weiterlesen:
Ein Teil der Erlebnisse der Heldengruppe in Warunk unter Im Schatten der Toten (Führt in den Bereich "Geschichten über Yann")
Charakterbeschreibung Silvanos (Führt in den Bereich "Nebencharaktäre")

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