Cante-Tinza Fernando Sesuello Morella di Bethana Lexej Rajian Altando di Majani zu Madasee
Savertin von Zankenblatt Sairech von Sinoda Umrax, Sohn des Udun  

Cante-Tinza

Herkunft
Regengebirge
Profession
Gladiatorin zu Al'Anfa
Aussehen
Für einen Waldmenschen normalgroß, also eher klein, mit schulterlangen, schwarzen Haaren. Ein grünes und ein blaues Auge, schmal, aber geschmeidig und kräftig.
Gespielt von
Ute
Gespielte offizielle Abenteuer:
Der Alchemist
Die Einsiedlerin
Der Händler
Der Inquisitor
Ein Hauch von Unvergänglichkeit
Zwietracht in Gareth
Schreie in der Nacht
Herz aus Eis
Zorn des Bären
Mit fremden Federn
Winternacht (Führt in den Bereich "Materialien, Rezensionen")
Schwingen aus Schnee
Vermächtnis der Völker
Zeit der Ritter
Bienenschwarm und Diskusflug - preiset die Schönheit
Geschichten
Kleines Mädchen, großer Krieg (Führt in den Bereich "Geschichten über Cante-Tinza")
In fremder Arena (Führt in den Bereich "Geschichten über Cante-Tinza")
Das Versprechen des Magus (Führt in den Bereich "Geschichten über Cante-Tinza")
Über den Charakter

Geboren wurde Cante-Tinza in der schützenden Gemeinschaft eines Anoihastammes hoch oben an den Hängen des Regengebirges. Kamaluq selbst schien das junge Mädchen zu segnen, sah man doch in ihren unterschiedlich farbigen Augen deutlich jene Zerrissenheit, die einem Schamanen für gewöhnlich zu eigen ist. Und auch Anpu-Ha, der noch recht junge Geistertänzer des Stammes bestätigte den Eindruck, daß in dem Kind Anhe wiedergeboren sei, Schamanin des Stammes vor vielen Jahren, doch in ihren Geschichten noch unvergessen. Und doch war eröffnete sich Anpu-Ha auch, daß das Tapam Anhes beschlossen hatte, diesmal nicht im Körper und mit dem Nipakau eines Schamanen wiedergeboren zu werden. Die Verbundenheit mit den Geistern ging dem kleinen Mädchen nicht völlig ab, doch mit ihnen zu sprechen würde ihr auf ewig verwehrt bleiben.

Man nannte das Mädchen nach ihrer Ahnin ebenfalls Anhe, und sie verbrachte eine sorglose Kindheit im Schoße ihres Stammes. Wie die meisten anderen Kinder auch erlernte sie die Künste von Jagd, Dschungel und Kampf und nichts deutete darauf hin, daß sie das Regengebirge verlassen wollte.

Ihre Sorglosigkeit endete, als sie in etwa zwölf Regenzeiten zählte. Auf einem Streifzug wurde sie von einer Gruppe Sklavenjäger aufgefangen, die auf der Suche nach einem ganz besonderen Wildfang waren. Irschan Perval, Favorit des Patriarchen von Al'Anfa, hatte beschlossen, seinem Neffen zu dessen Volljährigkeit ein besonderes Geschenk zu machen. Um Lucrezios Vorliebe für mohische Mädchen wissend war er auf der Suche nach einem jungen, ansehnlichen Spielzeug.

Mit diesem Tag endete Anhes Freiheit. Die Tatsache, daß es gelungen war, eine der seltenen und scheuen Anoiha einzufangen, machte Irschan Pervals Geschenk an seinen Neffen umso kostbarer, und eine Hoffnung auf Entkommen schien völlig unmöglich.

Lucrezio Perval war kein sehr gnädiger Herr. Er war ein luxusverwöhntes Gör, das gewöhnt war, daß ihm die gebratenen Tauben geradewegs in den Mund flögen und sich im wesentlichen auf den Einfluß seines Onkels verließ. In Intrigen war er nicht so geschickt wie beispielsweise sein Onkel, doch er wusste sich zu wehren und Irschan Perval als Schild vor sich selbst zu halten. Er unterhielt gemeinsam mit seinem Bruder Amando einen kleinen, aber exquisiten Gladiatorenstall, ansonsten waren seine Leidenschaft exquisite Mohasklavinnen der verschiedenen Stämme (er unterhielt das, was er eine 'Sammlung' nennt aus Sklavinnen erstaunlich vieler Stämme. Cante-Tinza war übrigens das erste Stück in dieser danach wachsenden Sammlung).

Mehr aus Langeweile denn aus Überzeugung, und aus dem Fehlen wahrer zwölfgöttlicher Ehrfurcht, geriet Lucrezio Perval in die Kreise eines Belkelelkultes, der in einem edlen Bordell seinen zentralen Stützpunkt hat. Führer des Kreises sind zwei Magier, eine aus Brabak, einer aus Al'Anfa, die er auf einigen Feiern kennengelernt hat.

Die Sessions des Zirkels unterschieden sich stark voneinander. Bisweilen beschwor man Laraanim, bisweilen wurde auch nur der Rausch der Belkelel herabgerufen, um die Mitglieder in ihren Taten zu 'inspirieren'. Cante-Tinza, die die zweifelhafte Ehre der 'Lieblingssklavin' besaß, wurde zu diesen Treffen häufig mitgenommen, oft für Lucrezio selbst, bisweilen aber auch für ein anderes Mitglied des Zirkels, das Gefallen an dem Mädchen gefunden hatte.

as genau sie dort gesehen und erlebt hat, lassen wir mal besser im Dunklen, Tatsache ist aber, daß sie glaube ich einfach ziemlich kaputt gemacht wurde.

Ihr Martyrium dort dauerte einige Jahre. Sie war zu verschüchtert, um sich wirklich zu wehren, und abgesehen von den Sessions wurde sie nicht schlecht behandelt. Sie hatte ein eigenes Zimmer, das sie allerdings nicht verlassen durfte, und erhielt gute Speisen und Getränke. Hungern musste sie nie - man wollte ja nicht, daß sich das auf ihre Statur auswirkte - und auch Bad, Parfüme etc waren ihr zu dieser Zeit nicht wirklich fremd. Zu besonderen Gelegenheiten hat man sie auch schon mal rausgeputzt.

Was sie dazu gebracht hat, sich schließlich doch noch zu wehren, weiß sie wahrscheinlich selbst nicht genau, sie selbst würde es wohl als das Aufbegehren ihres Schamanentapams bezeichnen, das übergelaufene Faß ist wohl auch ein gutes Bild. Es gab auf jeden Fall keinen echten Auslöser, weswegen sie auch fast Erfolg gehabt hätte. Sie versuchte also Lucrezio Perval im Bett mit bloßen Händen zu erwürgen, es gelang ihm jedoch noch, nach den Wachen zu klingeln und sie wurde festgesetzt.

Lucrezio Perval war in einer Zwickmühle. Zwar hatte die Sklavin einen unverzeihlichen Frevel begangen, aber sein Onkel könnte es ausgesprochen übel aufnehmen, wenn Lucrezio das kostbare Geschenk einfach so dem Tode überantwortete. Auf der anderen Seite war es ihm zu heikel, die Wildkatze, derer er ohnehin langsam müde wurde, im Haus zu behalten. Und die Wahrscheinlichkeit, daß sie etwas ausplauderte, war ebenfalls gegeben.

Er beschloß also, sie - nach angemessener Bestrafung und Einschüchterung - zum Sterben in die Arena zu schicken. Dort bestritt Anhe, die nun den Namen Cante-Tinza annahm, ihren ersten Kampf gegen einen sehr erfahrenen Gladiator und verlor, unter den Augen des Patriarchen. Allerdings verlor sie gut, will heißen, daß sie dem Gladiator lange wider alle Erwartungen die Stirn bot. Dem Publikum gefiel der Kampf David gegen Goliath, und so wurde sie, nach dem Willen des Patriarchen und der Forderungen des Publikums, begnadigt.

Lucrezio Perval war natürlich alles andere als begeistert. Er erwog, das Mädchen durch Gift beseitigen zu lassen, ein anderer Moha jedoch, von einem benachbarten Stamme Cante-Tinzas, nahm ihr Essen und starb an ihrer Stelle. Inzwischen gewann Cante-Tinza ihren zweiten Kampf und stieg in der Gunst des Publikumes weiter auf.

Für Lucrezio Perval wurde die Luft dünn. Erstens war seine Beteiligung an dem Anschlag ruchbar geworden, und er konnte sich nur schwer vor seinem Onkel rausreden. Irschan war nicht begeistert, daß es Lucrezio nicht einmal gelungen war, den Wildfang wirklich zu zähmen, und jetzt weniger begeistert, daß Lucrezio versuchte, das kostbare Geschenk, das sich doch gerade als wertvoll erwies, loszuwerden. Lucrezio konnte ihm den wahren Grund natürlich nicht verraten und mußte von nun an vorsichtiger sein. Solange Cante-Tinza siegte und das Publikum sie mochte, war sie sicher. Sie wusste das in der Form nicht, aber ihr ´┐Żerlebenswille hatte gesiegt und sie trainierte wie eine Besessene, um besser zu werden. Tatsächlich gelang es ihr, erstaunlich lange recht populär zu sein, durch ihre Schnelligkeit, ihre Eleganz und auch ihren Einfallsreichtum schlich sie sich in die Gunst des Publikums. Wirkliches Glück hatte sie dann, als der Patriarch zum Nationalfeiertag selbst Spiele ausrichtete. Der Patriarch selbst unterhält keinen sehr guten Gladiatorenstall, so daß er sich für diese Spiele bekannte und beliebte Gladiatoren zusammenkaufte. Um seinen Reichtum vor den anderen Granden zu zeigen, seine Machtposition zu festigen, kaufte er fünfzig Gladiatoren und versprach den fünf, die als Sieger aus seinem Turnier herausgingen, die Freiheit.

Cante-Tinza, die bereits mehrfach gut unter den Augen des Patriarchen gekämpft hatte, wurde für würdig befunden, daran teilzuhaben. Lucrezio konnte diese hohe Ehre nur sehr schlecht abwenden, obwohl er es vorsichtig versuchte. Er scheiterte jedoch letztendlich, und Cante-Tinza wanderte aus seinen Händen für kurze Zeit in die des Patriarchen. Tatsächlich gelang es ihr, unter den Siegern zu sein, und so wurde sie wirklich freigelassen. Der Leiter der Gladiatorenschule Lucrezios, dem das Mädchen imponierte, verriet ihr, daß sie in Al'Anfa in sehr großer Gefahr schwebte und riet ihr, sich sofort abzusetzen. Cante-Tinza, die wußte, daß sie ohnehin nicht zu ihrem Stamm zurückkonnte, denn ein Tabu verbot es, denen, die in der Nähe der Blasshäuterstädte gewesen waren, zurückzukehren. Also stolperte sie mit ihren wenigen Habseligkeiten herunter in den Hafen und buchte eine Passage auf dem ersten Schiff, das bereit war, sie als waffenfähige Schutzkraft mitzunehmen. Per Zufall war es ein albernischer Händler auf dem Weg nach Havena.

In Havena heuerte sie auf einem Schiff an, das den Großen Fluß entlang weiter nach Norden fuhr, nur fort von Al'Anfa, nur weiter nach Norden. Dort begegnete sie Fernando und Rajian, in deren Gesellschaft sie seitdem reist. Langsam hat sich das schüchterne Mädchen begonnen, zu öffnen, und mittlerweile beginnt sie sogar, Eigeninitiative zu zeigen, etwas, das sie in der Zwischenzeit vollständig verlernt hatte.

Fern von der Heimat beginnt sie, ihre alten Bräuche zu verlernen, und so mag es wohl sein, daß die Anoiha, die beinahe Schamanin geworden wäre, über kurz oder lang doch ihre Heimat in der zwölfgöttlichen Kirche findet.

-> Zurück nach oben
-> Zurück zur Übersicht