Todgeweiht
Markus Tilmanns
Todgeweiht
Inmitten des Finsterkammes liegt ein Kloster der heiligen Noiona. Für zwei mittelreichische Krieger, einen horasischen Marchese und eine Tsageweihte wird es zur Zuflucht vor einer sie verfolgenden Horde Orks., Doch auch innerhalb des Klosters lauern Gefahren, und spätestens als einer der Gefährten stirbt, wird klar, daß nichts hier so ist, wie es zu sein scheint.

"Todgeweiht" ist ein seltsames Buch. Es trägt viel Spannung, die Geschichte ist einfallsreich und gut beschrieben. Gerade im zweiten Teil des Buches konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Die Protagonisten sind gefällig gezeichnet, besonders der Horasier ist für so manchen schmunzelnden Applaus gut. Er ist ein wirklich gutes Beispiel für den ausgespielten Nachteil "Arroganz", und seine Wortgewalt spricht auch einiges für Tilmanns Fähigkeiten auf diesem Gebiet. Ihm gegenüber erscheinen die eher wortkargen Krieger umso hölzerner, bodenständiger, ihre Geradlinigkeit bildet einen angenehmen Kontrapunkt.
Der Autor gibt sich viel Mühe, eine thrillerähnliche Spannung aufzubauen - und genau hier findet sich auch, was ich an dem Buch etwas merkwürdig finde. Der Stil ist ausgesprochen filmisch, die Beschreibungen drängen dem Leser geradezu Szenen auf, die direkt aus einem der frühen Horrortonfilme entsprungen sein könnten - Gewitter, düsteres Lachen, und oft der strategische Schnitt direkt hinter einem gruseligen Anblick. Das erste Mal wirkt das nett, das zweite Mal vielleicht auch noch. Nach einiger Zeit jedoch erscheint es wie Effekthascherei. Ich bin mir nicht sicher ob das beabsichtigt ist, für meinen Geschmack war es jedoch ein bißchen zu viel des Guten.
Die Notwendigkeit des 'Clous' am Ende, als alle schon wieder zurück in Gareth sind, habe ich nicht verstanden. Es kam so, als wolle man noch einen finalen Schockeffekt einbauen, aber irgendwie zündete er zumindest bei mir nicht, und ich fand es irgendwie merkwürdig.
Ich finde es seltsam, daß ich einem Buch, das zu lesen ich so sehr genossen habe, eine solch zwiegespaltene Kritik gebe, aber irgendwie... kann ich es nach allem nicth so richtig einorden.

Gelesen von Ute

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