Roter Fluss
Daniela Knor
Roter Fluss
Im 6. Jahrhundert nach Bosparans Fall ist Myrburg nur das Tor zu den menschlichen Siedlungen des Bodirtals, die sich in letzter Zeit immer weiter in Richtung der Orks ausgebreitet haben. Doch dieser Zustand ist nicht von Dauer, und die Orks, allen voran der kriegerische Stamm der Zholochaj, brennen darauf, die Menschen auf immer aus ihrem Gebiet zu vertreiben.
Zwischen die Fronten gerät Hjalgar, ein Walwütiger, der sich von den Menschen verraten fühlt udn nun Handel mit den Orks treibt. Auf merkwürdigen Pfaden wandelt auch ein Praiosgeweihter und eine junge Bäuerin, und alles läuft auf Myrburg zu, die Feste, in die die Vertriebenen sich flüchten, die letzte Bastion gegen die anbrandende Flut.

Interessant.
"Roter Fluß" bietet eine ganze Reihe schätzenswerter Aspekte. Der Thorwaler Hjalgar ist sehr gut beschrieben, seine Zerrissenheit, seine Menschlichkeit, aber auch die Walwut, die ihn von Mal zu Mal überrennt. Der Plot gefällt mir, eine Geschichte aus der aventurischen Vergangenheit, die nicht so weit entfernt ist vom heutigen Aventurien, daß man sich nicht zurechtfände, und dennoch entfernt genug, um der Autorin eine Menge Freiheiten in der Beschreibung zu lassen.
Was genau diesem Roman seine Dynamik gibt, finde ich ein wenig schwer zu sagen. Die Geschichte bewegt sich zwischen den Reibereien zwischen Thorwalern und Menschen, den Reibereien der Thorwaler untereinander, sehr alltäglichen Problemen und gleichzeitig der Bedrohung durch die Orks. Die Charaktäre sind angenehm beschrieben und nachvollziehbar - was für ein herrlich verschrobener Praiosgeweihter ist das, den Daniela Knor da in ihrem Roman nach Myrburg stolpern läßt! Schade fand ich irgendwie, daß nicht die Zeit blieb, all jene Personen näher kennen zu lernen. Für die wenigen Seiten, die der Roman hat, waren das eine Menge Protagonisten, auch eine Menge interessanter Protagonisten, bei denen ich gerne länger verweilt hätte, auch wenn die Handlung mich dann meist ein einen anderen Ort trieb. Manche Dinge, gerade die angedeuteten Liebesgeschichten jenseits der Geschichte Hjalgars und Lysminas, fand ich, wirkten ein bißchen hineingeklatscht, aus dem Zusammenhang gerissen, aber wirklich störend war das nicht. Der Showdown ist fesselnd beschrieben, würdiges Ende der Erzählung, auch wenn das Buch den Leser ein wenig über das, was nach dem Kampf geschieht im Dunklen läßt, vieles nur andeutet.
Das Buch hat mir gut gefallen, wenn auch mit (wirklich kleinen) Abstrichen, udn zu lesen lohnt es sich auf jeden Fall.

Gelesen von Ute

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