Sand und Blut
Alexander Wichert
Sand und Blut
Vor langer Zeit nach Mirham verbannt wird Irato Ugolinez vom Obersten seines Hauses zurück nach Al'Anfa auf den Silberberg gerufen. Doch von seiner einstigen Glorie ist nicht mehr viel übrig, allein sein Sohn lebt noch dort, doch er ist nicht, was er sich von einem Al'Anfaner Granden wünschen würde. Doch Ugolinez gibt nicht auf, und so beginnt er unverdrossen, ein weiteres Mal Intrigen zu spinnen, die ihn in der Pestbeule des Südens zu neuem Ruhm bringen sollen.

Sand und Blut ist ein ausgezeichneter Spiegel der Stimmung in der Schwarzen Perle. Wo ein Menschenleben nicht viel mehr wert ist als das Seufzen eines Granden, wo die einzige Ablenkung für einen Silberberger darin besteht, einander zu bekriegen und zu verunglimpfen, wo die hohe Kunst der Intrige als höchste Wissenschaft gilt, da entscheiden oft Wimpernschläge über Sieg und Niederlage.
Es ist schwer, in "Sand und Blut" eine Figur zu finden, mit der man sich wahrhaftig identifizieren könnte, trotzdem liest sich der Roman sehr gut. Die beschriebenen Intrigenspielchen treiben die Handlung voran, erzeugen Spannung, ohne daß man wahrhaftig mit einem der Protagonisten fürchtet. Wichert lässt seine Leser nicht nahe heran an seine Helden - man betrachtet sie stets mit einem gewissen Abstand, doch er urteilt auch nicht, gibt keinem der Silberberger, die sich wahrhaftig nicht mit Menschlichkeit bekleckern, den Vorzug, sondern erzählt nur, was geschah.
Die Stimmung Al'Anfas ist gut eingefangen, der Stil ist flüssig und angenehm zu lesen. Unterhaltend ist "Sand und Blut" allemal.

Gelesen von Ute

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