Westwärts, Geschuppte
Karl-Heinz Witzko
Westwärts, Geschuppte
Auf der Suche nach einem Weg ins Güldenland - oder vielleicht auch nur nach der Antwort auf die Frage, ob Bastrabuns Bann immer noch existiert - verläßt eine Gruppe Marus, Angehörige einer echsischen Kriegerrasse, in menschlicher Verkleidung ihr geschütztes Land im Herzen Maraskans. Die Zauberer unter ihnen verstehen zumindest ein wenig von der Welt außerhalb der ihren, die vier jungen Krieger jedoch sind da eher naiv. Und als in einem Sturm die Jungen von den Erfahrenen getrennt werden, ist das Chaos eben vorprogrammiert.

Zum Schießen!
Man sollte dieses Buch vielleicht nur mit halbem Ernst sehen, zu sehr hat es doch den Anschein einer Parodie. Die echsischen Trampel machen aber auch wirklich alles falsch was auch jeder Rollenspieler am Anfang einmal falsch gemacht hat. Die Vier stolpern von einer absurden Situation in die nächste, und Aventurien wird durch ihre urkomische, extrem verschrobene Sichtweise zu einem sehr merkwürdigen Ort.
Ihre Kriegerkünste machen sie fast unbesiegbar, und guten Willen haben sie schon, aber sie verhalten sich ein wenig wie Kinder auf einem großen Spielplatz - und vieles geht spektakulär schief.
Witzko versteht es wirklich, urkomische Situationen zu konstruieren, und sie mit dem ihm eigenen, trockenen Stil zu versehen. Er läßt die eine der Echsen selbst zu Wort kommen, erzählt durch ihre Augen die Geschichte einer Reise durch den Süden des aventurischen Kontinents und verdeutlicht sehr klar, daß Echsen eben keine grünen Menschen sind, und daß ihre Wertevorstellungen sich durchaus auch von den landläufigen unterscheiden.
Dieses Buch ist ein absolutes Muß, wenn man es nicht allzu ernst nimmt.

Gelesen von Ute

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