Der letzte wird Inquisitor
Jesco von Voss
Der Letzte wird Inquisitor
Inmitten der borbaradianischen Invasion wird ein Inquisitornovize nach Perricum gesandt. Dort scheint Unheil sich vorzubereiten, Hinweise gibt es auf einen Gestaltwandler, der übles im Sinn hat. Doch mit dem Segen des Herren Praios und in Begleitung einiger Bannstrahler macht sich Inquisitor Zoltan Imfelde daran, die finsteren Machenschaften aufzuklären. Schwierigkeiten ergeben sich, da man im Praiostempel den jungen angehenden Inquisitor keinesfalls so ernst nimmt, wie er es denn gern hätte - und in dem Spiel um Perricum gibt es noch mehr Spieler als nur die offensichtlichen.

"Der letzte wird Inquisitor", ein weiterer Roman im Umfeld der borbaradianischen Umtriebe, ist ein durchaus vergnügliches, kurzweiliges Buch, das insbesondere im letzten Drittel so spannend wird, daß man es kaum aus der Hand zu legen vermag. Von Anfang an nimmt die Geschichte gefangen, der Stil ist gefällig, die Charaktäre liebenswert. Der Inquisitor, so von sich selbst überzeugt er auch noch scheinen mag, tappt doch offensichtlich mehr im Dunkeln als er denkt oder auch nur zuzugeben bereit ist.
Zoltan Imfelde ist ein eher untypischer Inquisitor - ein ehemaliger Hauptmann, der die Armee verließ um sich dem Dienst Praios anzuschließen, stets begleitet von seinem großen und auch tapferen Hund. Mir persönlich stieß Zoltan Imfelde ab und an ein wenig merkwürdig auf. Auf der einen Seite pflegt er, wohl auch wegen seiner ungewöhnlichen Vorgeschichte, ein ungewöhnliches - vor allem ungewöhnlich kollegiales Verhalten - dann jedoch schlägt er plötzlich in das doch eher von einem Praioten bekannte Verhalten um. Ich fand seinen Charakter in manchen Gebieten ein wenig inkonsequent, zwar wohl der Versuch, ihn plausibel und eigentlich umgänglich erscheinen zu lassen, trotzdem gefiel er mir zwar als Mensch, aber nicht als Inquisitor.
Generell finde ich, daß dem Autor in diesem Buch leider ein wenig so das allerletzte Fingerspitzengefühl für Praioten und die Praioskirche fehlt, subjektiv wirkte mir das ein wenig störend. Herrlich allerdings die gesamte Konfrontation mit der KGIA - ein Plus mit Doppelsternchen für Dexter Nemrods Eröffnungssatz!
Summa summarum ist die Story sehr nett und gefällig, die Charaktäre jedoch leider ein wenig weniger gut, nichtsdestotrotz würde cih das Buch auf jeden Fall zum Lesen empfehlen.

Gelesen von Ute

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