Blutrosen
Heike Kamaris, Jörg Raddatz
Blutrosen
Blutrosen, der zweite Teil der "aranischen Nächte", führt sowohl die Geschichte des Romans "Sphärenschlüssel", wie auch die des Romans "Die Legende von Asserbad" fort, ist jedoch von beidem als losgelöste Geschichte zu sehen. Wiederum finden sich unter den Protagonisten der schillernde Tarlisin von Borbra, Mara ay Samra, seine Frau, die Herrscherfamilie Araniens und die undurchschaubare Belizeth Dschelefsunni.
Dimiona, die Tochter Fürstin Sybias, ist aus der Obhut der Noioniten entkommen und greift nach dem Thron Araniens. Ihr kommt zugute, daß sich längst andere Hände nach Aranien ausgestreckt haben und daß in diesen südlichen Landen die Invasion Borbarads umso größere Nachbeben hinterlassen haben. Und während Dimiona Intrigen spinnt und Belizeth Dschelefsunni die Verhältnisse an der Akademie zu Rashdul entscheidend verändert, bleibt denen, die noch auf der Seite der Götter stehen, immer weniger Zeit...

Blutrosen beschreibt im wesentlichen die Entstehung des Moghulats Oron unter der Moghuli Dimiona, während, sowie kurz nach der borbaradianischen Invasion. Es deckt mehrere nur lose zusammenhängende Geschichten ab, die als verbindendes Element Tarlisin von Borbra haben - der hier aber zum einen eher Randfigur ist, zum anderen auch wesentlich weniger schillernd erscheint als in "Sphärenschlüssel". Die Geschichte selbst ist interessant und nachvollziehbar geschrieben, trotz verschiedener Stränge fällt der Überblick nicht schwer. Es wirft ein Licht auf die Vorgänge in Aranien, die meines Wissens nach noch in keinem Abenteuer wirklich aufgetaucht sind und eröffnet so ein weiteres Kapitel aus der Zeit, in der sich das Antlitz Aventuriens grundlegend wandelt.
Somit ist "Blutrosen" in jedem Fall ein interessantes Buch, auch wenn es bei mir weder sehr positive noch sehr negative Eindrücke hinterlassen hat, was die Spannung angeht. Ein wenig auf die Nerven fiel mir die Triebgesteuertheit von Borbras in diesem Buch - in "Sphärenschlüssel" kam das ja auch schon mehrfach vor, aber hier fand ich es so übertrieben, daß es mir schon auf die Nerven ging.
Schön hingegen ist die Art und Weise, mit der die Autoren die Ohnmacht der Mächtigen in Aranien und Umgebung demonstrieren, die düstere Bedrohung Borbarads ist sehr, sehr greifbar in diesem Buch.
Alles in allem habe ich es gerne gelesen, auch wenn ihm vielleicht so der allerletzte Pfeffer fehlte.

Gelesen von Ute

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