Die Nacht der Schlange
Bernhard Hennen
Die Nacht der Schlange
Ein ermordeter Offizier der Al'Anfaner Stadtgarde, eine Kommandantin, die die Untersuchungen führt und doch selbst bereits den Hauch Borons an ihrer Seite fühlt. Alara Olibaro führt diesen, ihren vermutlich letzten, Fall ebenso spröde und unbequem, wie es ihre Natur ist. Gleichzeitig beutelt eine Seuche Al'Anfa, die die einfache Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt, und deren Ursprung auch nur wenig kennen.

"Die Nacht der Schlange" ist eine Hommage an Friedrich Dürrenmatts "Der Richter und sein Henker", und so wird zumindest der Handlungsstrang um Commandanta Alara Olibano und den toten Offizier Salpicio weder in Verlauf, noch in der Lösung des Konfliktes überraschen, wenn man das Buch kennt. Die Vorlage ist jedoch derartig charmant auf aventurische Verhältnisse umgebaut, das Szenario vom gütbürgerlichen Bern mit so viel Gefühl auf das sündhafte Al'Anfa umgebaut, daß der Roman in jedem Falle trotzdem die Lektrüre lohnt. Herrlich spröde ist die Hauptheldin Alara Olibaro, udn ein weiteres Mal beweist Hennen, daß er ein wundervolles Gespür für die intrigendurchzogene Schwarze Perle hat. Und außerdem ist da ja noch die Seuche, die in einem weiteren Strang die Geschichte vorantreibt. Hierbei ist allerdings zu bemängeln, daß dort einige Szenen doch sehr für sich stehen, wenn man nicht weiß, daß das Buch zur Zeit der Borbaradkampagne spielt, einige Teile wirken doch sehr aus dem Zusammenhang gerissen, der sich im Buch nicht erschließt. Nichtsdestotrotz ist die Nacht der Schlange ein herrlicher Roman über Al'Anfa - und generell sehr lesenswert.

Gelesen von Ute

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