Und Altaia brannte
Momo Evers
Und Altaia brannte
Eine Schelmin und eine Gauklerin spielen ein vergnügliches Spiel - was die eine der anderen auch für eine Aufgabe stellt, sie müssen sie gemeinsam erfüllen. Wie sonst sollten sie an Bord dieses riesigen SChiffes kommen, voller Thorwaler und voller Geheimnisse, die es zu lüften gilt?
Eine Tulamidin ist auf der Suche nach dem Erbe ihrer Schwester, die beim Untergang des Orakels von Altaia starb. Hesindegefällig schreibt sie nieder, welche Schritte zu der großen Katastrophe führten.
Und alles schließlich endet in Altaia. Der Waldinsel im Südmeer, die Mohastämme ebenso wie das berühmte Orakel von Hesinde, Phex und Efferd beherrbergt. Die Waldinsel im Südmeer, deren Tage gezählt sind.

"Und Altaia brannte" ist definitiv ein sehr schöner DSA-Roman.
Was mich zunächst und vor allem für diesen Roman einnimmt, sind seine ausgesprochen farbigen und lebendigen Charaktäre. Sämtliche Protagonisten, gut, ebenso wie böse, sind realistisch und nachvollziehbar gezeichnet, die meisten von ihnen sind zu allem Überfluß auch noch sympathisch. Als absolute Juwelen müssen wohl die Charakterisierungen von Sindai Rathilsdarn, einer Paktiererin der Herrscherin des Wimmelnden Chaos, sowie der Schelmin Tokahe gelten. Beides, Paktierer wie Schelm, ist in meinen Augen sehr schwer darzustellen, ohne ins Karikierende abzurutschen - hier zeigt der Roman sehr viel Fingerspitzengefühl.
Ein weiteres Juwel ist der Orakelspruch, den ich im Übrigen immer noch nicht entschlüsselt habe, aber wenn es selbst für Borbarad ein Orakel sein soll - nun ja, dann muss ich es ja nicht verstehen...
Auch die Idee, die Geschichte des Unterganges von Altaia von einer Hesindejüngerin nachspüren zu lassen, die sich auf den Spuren ihrer borongeweihten Schwester bewegt, ist im Prinzip recht gut, ich finde allerdings, daß man hier vielleicht ein wenig mehr hätte herausholen können. Bei manchen Dingen frage ich mich doch, wie die junge Tulameth all diese Fakten hat herausfinden können - allein das ist schon ein Buch für sich wert - und wenn man diese Geschichte nicht erzählen will, so hätte es Tulameth in meinen Augen schon verdient gehabt, noch ab und an zwischendrin zu Wort zu kommen. Ich gebe es zu - ich hatte schon wieder vergessen, daß dies ja eigentlich eine von ihr gesammelte Geschichte ist, als ich zum Ende des Buches kam.
Über das Ende kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Der Titel sagt es schon - Altaia brannte, und es brannte ab mit Mann und Maus. Dementsprechend gehört dieses Buch nicht zu jenen, bei denen ein vollständiges Happy End zu erwarten ist. Wenn man ehrlich ist, sieht man das allerdings auch schon recht früh kommen, und ein einfaches Happy End paßt vermutlich auch einfach nicht in diese Zeit...
Ich habe es nicht als störend empfunden und kann das Buch uneingeschränkt zum Lesen empfehlen!

Gelesen von Ute

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