Die Zeit der Gräber
Björn Jagnow
Die Zeit der Gräber
Die junge Narena, bisher noch wenig herumgekommen, wandert gemeinsam mit dem Abenteurer Wulf durchs Bornland. Sie besichtigen dort unter anderem die Stadt der Toten, ein Heiligtum voller Mausoleen aus alter Zeit. Doch kurz vor den Namenlosen Tagen, die sie in einem nahegelegenen Ort verbringen wollen, scheint sich Übles über dem Boronheiligtum zusammenzubrauen. Wulfen und Narena, in der Hoffnung, einen Frevel verhindern zu können, stranden in dieser gefährlichen Zeit in der Stadt der Toten, in der in der Tat unheimliche Dinge vor sich gehen.

"Die Zeit der Gräber" ist ein Buch, das mit relativ wenigen Personen und einem sehr eingeschränkten Aktionsradius auskommt, dies tut dem Buch jedoch keinen Abbruch. Die Stimmung ist, allein schon der Tatsache wegen, daß sich beinahe das ganze Buch auf einem riesigen Friedhof abspielt, recht düster, die Erzählatmosphäre ist sehr dicht, so daß es leicht fällt, das Buch quasi auf einmal zu verschlingen.
Sehr gut eingefangen ist, wie die Situation Wulfen und Narena Stück für Stück über den Kopf wächst, die Stimmung wird von Seite zu Seite surrealer, ohne daß, zumindest auf lange Zeit, wirklich etwas Schreckliches passiert. Die Dynamik zwischen dem sehr göttergläubigen Wulfen und der eher sorglosen Narena hält die Geschichte lange Zeit am Laufen, hübsch eingefangen ist, wie Narena an ihrem Gefährten, den sie zu Anfang des Romanes noch sehr kumpelhaft betrachtet hat, immer mehr entdeckt, das sie verwundert.
Gleichzeitig flicht Jagnow immer wieder andere Erzählstränge ein, von denen erst recht spät klar wird, daß es sich hier mitnichten um Gleichzeitigkeit handelt, sondern daß vielmehr Ereignisse geschildert werden, die schon lange vergangen sind. Erst zum Schluß lassen sich die einzelnen Merkwürdigkeiten des Buches zusammenfügen, der Showdown ist schlüssiges Ende der Geschichte.
Oder vielmehr - Ende des Buches, denn das Ende lässt eine Menge Interpretationsspielraum. Das ist aber meines erachtens gar nicht so negativ zu sehen - es sind die Namenlosen Tage, und da ist nichts so richtig einfach...

Gelesen von Ute

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