Steppenwind
Niels Gaul
Steppenwind
Die Stadt des Firun nennt man Bjaldorn, steht hier doch der Haupttempel des Firun, der Sitz des Weißen Mannes. Regiert von Baron Trautmann führt man in Bjaldorn ein ruhiges Leben. Bisweilen nimmt man Flüchtlinge auf, denen es unter anderen Bronnjaren nicht so gut geht, aus Notmark beispielsweise.
Doch eines Tages birst die Kuppel des Firun unter dämonischer Macht, und die Not ist groß in der kleinen Stadt. Ein Angriff Notmarks steht zu befürchten, zu allem Überfluß, und auf einen Hilferuf hin sendet Ayla von Schattengrund ihre Heermeisterin Hauka Wölfintochter und den Sennenmeister Brin vom Rhodenstein in den hohen Norden hinauf.

Der Roman "Steppenwind" ist eng verbunden mit Ulrich Kiesows großem Werk "das zerbrochene Rad" über die borbaradianischen Umtriebe im Bornland. Uriel von Notmark, Antagonist des "Zerbrochenen Rad", spielt auch hier die Rolle des Bösewichts, des Bronnjaren, der sich das widerspenstige Bjaldorn schon lange einverleiben wollte, Steppenwind scheint ein wenig wie ein langes Zusatzkapitel aus dem Zerbrochenen Rad.
Das Erzähltempo ist eher langsam geraten, vergleicht man es mit anderen Romanen, die Beschreibung Bjaldorns und die Charaktäre, die besonders auf der Seite der "Guten" durchaus ihren Reiz hatten, macht da jedoch einiges wieder wett. Außerdem liegt über dem Roman in meinem Augen die ganze Zeit über eine Bedrohung unter der dünnen Schicht Normalität, die anstatt von Action die Spannung des Buches ausmacht. Die Bedrohung bleibt lange sehr subtil in Steppenwind, sie ist aber durchaus da. Schade finde ich, daß ich nach dem Buch immer noch nicht viel über Hauka Wölfintochter weiß ihre Beschreibung machte mich sehr, sehr neugierig auf mehr.
Es gibt eine Reihe von Gründen, warum sich dieser Roman lohnt. Zum einen findet sich hier ein weiteres Kapitel der Borbaradumtriebe, zum zweiten gefällige Beschreibung verschiedener Personen des aventurischen öffentlichen Lebens. Und letztendlich gefiel mir an Steppenwind einfach die Stimmung, die über den Handlungen der Protagonisten schwebte, die Bedrohung, die Zähigkeit, der Trotz. Es ist auch nett, Fjadir von Bjaldorn beim Erwachsenwerden zuzusehen...
Ein Roman der leiseren Töne, aber mir hat er sehr gefallen.

Gelesen von Ute

<- Vorheriges Zurück zu den Rezensionen Nächstes ->

Pictures on this page: Copyright by Fantasy Productions GmbH