Drei Nächte in Fasar
Bernhard Hennen
Drei Nächte in Fasar
"Drei Nächte in Fasar" erzählt die Geschichte von Omar und Melikae, ein Märchen aus 1001 Rausch, die in und um die Khom herum spielt. Der Leser sieht die Geschichte durch die Augen eines Geschichtenerzählers, der in drei Nächten, in Fasar, mehr und mehr Zuhörerschaft mit der Erzählung der beiden Liebenden gewinnt. Omar, der Sklave, verliebt sich in Melikae, Zaubertänzerin und Tochter seines Herrn, vor dem Hintergrund des Khomkrieges zwischen Al'Anfa und dem Kalifat.

Zu den drei "Nächten in Fasar" habe ich irgendwie eine zwiespältige Meinung. Es ist ein herrliches Märchen aus den Tulamidenlanden, das auch das Lokalkolorit gut einfängt, ein positives Beispiel auch dafür, wie eine Geschichte quasi als erzählte Geschichte in einen anderen Handlungsstrang eingefügt werden kann. Die Personen sind dreidimensional getroffen und auch die Ereignisse des Khomkrieges werden in ihr gut widergespiegelt. Über weite Teile führt Hennen eine Reihe von Erzählsträngen nebeneinander her, beinahe wie nebenbei erfährt man etwas über den Aufstieg des Kalifen Malkillah, über das Engagement Leomar vom Bergs im Khomkrieg, über die verschiedenen Stämme der Wüste. Der Stil ist sehr gefällig, das Buch ist leicht zu lesen, und gerade im ersten Teil habe ich es wirklich verschlungen.
Was mich an den "Nächten in Fasar" stört kann ich irgendwie schwieriger benennen. Vielleicht liegt es daran, daß mir irgendwie die Identifikationsfigur fehlt. Omar ist mir ein bißchen trottelig, Melikae dann doch ein bißchen zu zickig - obwohl beides gut dargestellt ist hat es bei mir doch irgendwie verhindert, mich wirklich einfühlen zu können. Der Charakter, der mir am besten gefiel, die Salzgängerin Neraida, ist dann irgendwie - zumindest für meine Augen - ein bißchen willenlos ausgeknipst worden, und das dann auch noch recht früh. Überhaupt fand ich, daß die Schicksalsschläge, die die Protagonisten trafen, bisweilen doch etwas.. willkürlich erschienen, zwei oder dreimal hatte ich doch das intensive Gefühl eines "und jetzt?". Vielleicht war das so beabsichtigt, bei mir kam es irgendwie ein wenig seltsam an.
Entschädigend ist auf jeden Fall das Ende, sehr schön, sehr poetisch, in sehr leisen Tönen, kein Showdown mit großem Knall.

Gelesen von Ute

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