Treibgut
Karl-Heinz Witzko
Treibgut
Die wiederaufgefundenen maraskanischen Heiligen Rollen der Beni Rurech verkünden Beunruhigendes. Sie warnen vor der Rückkehr Borbarads, und davor, daß dies verheerende Auswirkungen auf Maraskan haben würde. Doch sie sprechen auch von einem schützenden Ort, von Asboran, der Zuflucht des Volkes, und davon, wie man ihn finden kann. Und so brechen sie auf, viele Priester, einige kehren bald zurück, andere jedoch bleiben verschollen. Auf der Spur einer von ihnen ist Scheijan von Tarschoggyn, ein Magus und Mitglied der Meuchlergilde des Zweiten Finger Tsas. Seine Reise führt ihn in verschiedene Gegenden Aventuriens, bis er schließlich findet, was er sucht.

"Treibgut" ist die Fortsetzung der beiden Soloabenteuer "Am Rande der Nacht" und "Die Ungeschlagenen", und schon allein deshalb gut, weil es von Karl-Heinz Witzko geschrieben wurde. Der originelle Erzästil Witzkos macht auch diese Geschichte zu einem Erlebnis, auch wenn die Handlung an sich nicht viel Neues oder Besonderes liefert. Die Hauptperson Scheijan von Tarschoggyn ist herrlich beschrieben, ein wenig zynisch, sehr kompromißlos und sehr, sehr maraskanisch. Doch nicht nur Scheijan ist gut beschrieben, auch die anderen Personen des Buches haben ein gutes Stück Lebendigkeit mitbekommen. Somit werden die Situationen, durch die Witzko seine Protagonisten schickt, für jeden nachvollziehbar, als Leser fühlt man sich mitten im Geschehen. Insbesondere der Al'Anfanische Haushalt am Anfang ist wirklich detailreich und plastisch geschildert - von den Sklaven bis hin zum Gebaren der Herren. Die Regionen, denen Witzko zu seinen aktiven DSA-Zeiten die meiste Beachtung schenkte - Maraskan sowie das skurrile, rückständige Nostria, sind ohnehin herrlich beschrieben, das nächste Schmunzeln ist niemals weit.
Das Ende des Romans hat mich ein wenig enttäuscht, so wie ich überhaupt sagen muß, daß mir die ersten Kapitel von "Treibgut" besser gefallen haben als die letzten, die Beziehung Scheijans zu der Sklavin gibt aus irgend einem Grund mehr Dynamik her als das Verhältnis zu der Priesterin. Insbesondere der Showdown kam für mich ein wenig banal daher.
Ein besonderes Juchhee gibt es bei mir für den Anfang mit dem Käfer. Herrlich, herrlich...

Gelesen von Ute

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