Die Legende von Asserbad
Jörg Raddatz
Die Legende von Asserbad
Der junge Prinz Arkos von Aranien, ein kränklicher junger Mann, der sich nach dem Heldentum sehnt, erfährt immer und immer wieder denselben Traum. Ihm begegnet eine Frau, verschleiert, in dunklen Gewändern, und wieder und wieder stößt sie dieselbe Warnung aus: "Hüte dich vor Asserbad!" Auf der Suche nach dem Ursprung dieses Namens und dieses Traumes findet nicht nur Arkos, sondern auch seine Frau Eleonora, sowie der Magus Tarlisin von Borbra und seine Frau Mara, auf ihren jeweiligen Pfaden mehr, als sie erwartet hätten.

"Die Legende von Asserbad" ist, neben einer Abenteuergeschichte, in der sehr unterschiedliche Personen auf unterschiedliche Weisen auf die Probe gestellt werden, vor allem einmal eines: Eine ausgezeichnete Beschreibung der Geschichten und Personen Rohals und Borbarads. Schon allein um dieses Hintergrundes willen lohnt es sich, die Geschichte zu lesen. Raddatz verbindet viele Erzählstränge - jede der Hauptpersonen wandert mehr oder weniger auf eigenen Pfaden - auch aus ausgesprochen unterschiedlichen Zeiten miteinander. Die Spannung des Buches entsteht weniger aus der Hauptgeschichte an sich, sondern aus dem Mosaik, das sich für den Leser, der ja im Gegensatz zu den Protagonisten den Gesamtüberblick hat, ausbreitet. Oft ist es bedauerlich, daß für die einzelnen Stränge nicht mehr Zeit bleibt, an vielerlei Stellen hätte ich nur zu gerne noch mehr erfahren, doch wäre dies der Gesamtdynamik des Buches vielleicht nicht zugute gekommen.
Die Geschichte ist ausgesprochen gut ins aventurische Gesamtgeschehen eingebettet, hier findet sich ein Teil der offiziellen Geschichte, der meines Wissens nach noch in keinem Abenteuer auftaucht. Der Showdown ist, auch wenn es einen gibt, eher nebensächlich, der Konflikt, der sich nach und nach im Buch auftut, wird nicht in Aranien, sondern vielmehr an der Trollpforte entschieden.
Obwohl das Buch objektiv gesehen wie ein Sammelsurium verschiedener Kurzgeschichten zum Thema Asserbad und Borbarad daherkommt, wirkt es doch am Ende wie ein stimmiges Ganzes - und ist obendrein ein wichtiges Kapitel Aventuriens.

Gelesen von Ute

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