Was ist Rollenspiel? Ein Spieleabend Rollenspieler Rollenspiele

Rollenspieler

Die Frage, wer sich denn eigentlich mit Rollenspiel beschäftigt, drängt sich nach der Lektüre der Rollenspielbeschreibungen beinahe schon auf. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben finden sich hier einige Typen, denen man beim Rollenspiel begegnen kann. Dabei ist natürlich zu sagen, daß alle Typen überzogen sind. Die meisten Rollenspieler sind eine gesunde Mischung aus mehrerer der Typen. Denn jeder der unten genannten Typen alleine und in voller Ausprägung sprengt jede Runde.

Der Fun-Rollenspieler
Okay, drei Orks, und was war das nochmal? Zwei Goblins? Na meine gute alte Axt und ich packen das schon.... ooodelelllii!
... spielt allein zu seiner Zerstreuung. Hierbei geht es ihm weder um besonders plastisch dargestellte Charaktäre, noch um allzu ausgefeilte Handlungen. Der kurzfristige, manchmal auch oberflächliche Spaß steht im Vordergrund, Konsequenz oder Komplexität ist deutlich untergeordnet. Oft sind seine Charaktäre eher kampflastig und stereotyp - da es ihm aber auch eher um das Würfelvergnügen eines guten Kampfes geht, ist das auch nur vollkommen natürlich.
Der Dramaturg
Also, wenn das hier jetzt ein Film wäre, dann würde ich.... na komm, nun sei mal nicht so. Das ist so cool, das MUSS einfach klappen!
... stellt das Scheibenwelt'sche Element des Narrativum ziemlich über alles. Ihm geht es um eine schöne, dramaturgisch reizende Szenerie, sowie darum, daß die Geschichte stimmig, vielfältig und interessant zu einem Ende geführt werden. Für die Geschichte eher irrelevante Szenen sidn ihm weniger wichtig als das Voranschreiten der Erzählung.
Der Theaterspieler
Niemals, niemals und unter keinen Umständen würde ich ein Schiff besteigen! Ihr wißt ja gar nicht was das alles....
... spielt zunächst und vor allen Dingen einmal seine Rolle. Für ihn besteht der Spaß im Rollenspiel darin, eine interessante Persönlichkeit zu kreieren, und diese dann durch die verschiedenen Situationen zu führen. Ihm ist die Konsequenz des Helden wichtiger als die fortschreitende Geschichte, die mehr als Mittel zum Zweck, nämlich zur Darstellung des Charakters dient.
Der Simulationist
Eine Stadt mit wieviel Bewohnern sagtest du gleich, und KEIN FLUSS? Wer hat sich den Mist denn ausgedacht???
... liebt nichts mehr als die bis ins letzte Detail konsequent ausgedachte Spielwelt. Er hängt weniger an seinen eigenen Charaktären sondern mehr daran, daß die Spielwelt kein Unlogik aufweist. Wenn die Grausamkeit der Realität ihn nun den Charakter kostet, so nimmt er auch dies in Kauf.
Der Powergamer
Also auf Seite 265 der Errata zum Erweiterten Kampfkompendium steht aber, daß ich montags und wenn die Sonne am höchsten steht auf alle Attacken gegen Schwarze Drachen ein Plus von 2 auf meinen Angriff bekomme...
... kennt die Regeln. In und auswendig, und mit ziemlicher Sicherheit besser als der Spielleiter. Für ihn besteht der Spaß darin, seinen Charakter - immer schön nach den Regeln, aber nach allen! - so schnell so mächtig wie möglich werden zu lassen, um dann schöne Szenen zu haben.
Der Stratege
Okay, also zwanzig Schritt Mauer, jede zweite Minute ein Gardist. Also, wenn ich das richtig sehe, und wir an der einen Ecke der Burg zur Ablenkung eine Scheune in Brand stecken, dann bleiben uns noch genau...
... hat den Plan und den Durchblick. Seine Lieblingssituationen sind die, wo nur ein klug ausgedachter, geschickter Plan die Helden letztendlich zum Ziel führen kann. Dabei geht es ihm weniger um die einzelnen Charaktäre, sondern eher darum, das Potential der Heldengruppe bestmöglich und geschicktestmöglich zu nutzen, um die sich stellenden Aufgaben zu erfüllen.

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